Bei Sampler-Rezensionen steigt der Zahnschmerz-Faktor abrupt an. Das liegt neben der merklich lieblosen Verpackung auch oft am sehr ambivalenten Inhalt. Aber dann gibt es noch eine Handvoll ehrgeiziger Zeitgenossen, die sich bei ihren Samplern nicht nur Gedanken machen, sondern auch ein Menge Zeit (und Geld) investieren. So wie Markus Eck und seine Metalmessage-Sampler.
Die CD des nunmehr fünften Teils kommt in einer auffälligen blauen DVD-Box mit dem Artwork eines gewissen Ed Repka, der u.a. die Cover von Death, Evildead oder Megadeath gestaltet hat. Mit dem Titel „Thors Kampf gegen die Höhlentrolle“ passt dieses Kunstwerk, das auch das Cover jedes hochwertigen Fantasy-Games zieren könnte, natürlich perfekt zur Pagan- und Viking-Thematik des Samplers.
Der nächste Volltreffer ist das fette 30-seitige Booklet im passenden Format zur Box. In der rechten Hälfte einer Doppelseite präsentiert sich je eine Band mit schwarz-weißem Bandfoto, Logo, Line-up, E-Mail-Adresse und Homepage-URL. Links neben diesen Informationen gibt es Farbfotos mit Naturmotiven, die der Herausgeber des Samplers selbst fotografiert hat. Ich hatte schon etliche CDs mit solchen Aufnahmen in den Händen und selten hatte ich den Eindruck, dass die Motive eine passende Atmosphäre vermittelt haben. Hier jedoch muss ich voll des Lobes für diese Aufnahmen sein. Dazu gibt es noch eine Einlegekarte aus Biopapier mit einer persönlichen Botschaft von Markus Eck an die Fans.
Als Nächstes lohnt sich ein genauerer Blick auf die Auswahl der 13 Bands. Neben einheimischen Bands sind auch die Slowakei, Russland, Kanada, Brasilien, Spanien, Irland und Belgien vertreten. Und damit bin ich auch (schon) bei der Musik angelangt, die eine enorme qualitative Dichte bietet.
Fimbulvet präsentieren bombastische heidnische Klänge mit heroischem, klaren Gesang. Die Ähnlichkeit der Thüringer zu bswp. Menhir lässt sich nicht verleugnen.
Hromovlad aus der Slowakei hingegen beeindrucken mit urtypischem Pagan Metal slawischer Prägung: barsch-metallisch und tanzbar folkloristisch.
Die Folklore haben sich auch die bizarren Russen Tumulus auf die Fahnen geschrieben. Der eigenwillige Gesang in Kombination mit der sowjetischen Retro-Produktion sind sehr speziell. Für Kenner des russischen Metals würde ich Tumulus als Black Coffee auf dem Folk-Prog-Trip beschreiben.
Dark Forest, die One-Man-Show des David Parks aus Kanada sorgen mit ihrem 8-Minuten-Stück für schwarze, heidnische Epik im bester Moonsorrow-Manier gekreuzt mit Wikinger-Atmosphäre von Bathory.
Die nach der 17. Rune benannten Brasilianer Tiwaz spielen das, was man gemeinhin als Viking Metal bezeichnet. Leider sind die Südamerikaner auch sehr unspektakulär.
Ganz anders Dyrathor, die mich mit ihrem Bastard aus mittelalterlicher Folklore und schwarzem Pagan Metal begeistern können.
Der Sound von Xerion aus Spanien ist ziemlich daneben. Was sehr schade ist, denn die Mischung aus mystisch-folkloristischen Elementen, Epik und pechschwarzer Raserei vermag zu fesseln, wenn man sich darauf einlässt.
Über Adorned Brood muss man keine großen Worte verlieren. Mit „Sons Of The Damned“ hat es ohnehin eines der besten Stücke des aktuellen Albums auf dem Sampler geschafft. Perfektes Beispiel für die Vielseitigkeit des Pagan Metal.
Rauer Celtic Metal in seiner besten und authentischsten Ausprägung gibt es von den Iren Waylander. Faszination pur!
Natan aus Belgien spielen schnellen melodischen Black Metal, den sie mit langsamen Passagen, Violine und Klargesang angereichert haben. Nicht ungewöhnlich, aber sehr gelungen und schlüssig in der Umsetzung.
Aus dem Erzgebirge kommen Andras, die deutsche Antwort auf die guten alten Vintersorg-Scheiben. Heroisch, melancholisch und strotzend vor epischer Schönheit.
Da wir gerade bei heimischen Antworten auf skandinavische Helden sind: Obscurity könnten sich in ferner Zukunft als die deutschen Amon Amarth etablieren. „Nach Asgard wir reiten“ bietet ein Reihe interessanter Ansätze in dieser Richtung.
Zu guter Letzt gehen Vinternatt aus Belgien ins Rennen. Ungewöhnlich und sehr originell klingt die Mischung von Balkan-Folklore, Neoklassischem auf dem Fundament des Black Metal.
Rein musikalisch betrachtet eine tolle Zusammenstellung mit viel Abwechslung und einer Menge hochklassischer Momente. Der Beweis, dass auch jenseits der kommerziell erfolgreichen Pagan Bands ein Heer hochklassischer Bands für die kommenden Schlachten bereit steht.
Kurz zusammengefasst: Hochklassige Verpackung, spitzen Qualität und damit ein ganz klarer Fall für einen Pflichtkauf des handnummerierten und auf 2000 Exemplare limitierten Samplers.
Tracklist:
Lineup:
1. FIMBULVET (Deutschland)- "Helias Bann"
2. HROMOVLAD (Slowakei) - "Slava"
3. TUMULUS (Russland) - "Kochevonov Plyas"
4. DARK FOREST (Kanada) - "Journey To Ever-Eternal Skies"
5. TIWAZ (Brasilien) - "The Battlelore"
6. DYRATHOR(Deutschland) - "Im Auge des Sturms"
7. XERIÓN (Spanien) - "No Pazo Derruido Da Existencia"
8. ADORNED BROOD (Deutschland) - "Sons Of The Damned"
9. WAYLANDER (Irland) - "As Deities Clash"
10. NATAN (Belgien) - "Volkskracht"
11. ANDRAS (Deutschland) - "Miasma Track"
12. OBSCURITY (Deutschland) - "Nach Asgard wir reiten"
13. VINTERNATT (Belgien) - "De Zwarte Mis"
ohne Wertung von LEX (am 14.02.2009)
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musikalischer Background des Verfassers True-und Power-Metal, Viking/Pagan/Folk-Metal, Osteuropa und Exoten in jeglicher Form, Genreübergreifendes, auch mal Thrash oder Death und Black in melodischer Ausprägung sowie ein wenig Gothic und Punk.
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