Jawoll, auf die Fresse. Fette Gitarrenriffs, hämmernde Drums und ein kraftvoller Gesang schütteln auf „Devils on both sides“ sofort das Hirn durch. Namen wie Testament, Priest, Sanctuary und Forbidden fallen mir sofort ein. Bay Area Thrash und US Metal von der Ostküste treffen hier auf Heavy Metal britischer und ein wenig skandinavischer Prägung, denn in den ruhigen Momenten mag man vielleicht ein paar Mercyful Fate Anklänge erkennen.
Mein Gott, bei so viel vorhandener Prominenz in diesem Artikel kann das doch eigentlich nur eine zehn werden. Doch meine wilden Tage sind vorbei, und es wird einfach nicht mehr alles in den Himmel gelobt. Dennoch haben wir es hier mit Edelstahl gehobener Güteklasse zu tun.
Hört euch einfach mal die Hochgeschwindigkeitsattacke „ Hexed“ an. Tighte Riffs, treibende Rhythmussektion und geniale Leads – Bangerherz, was willst Du mehr? Power Thrash Metal in ganz großem Stil. Und dabei haben Imagika immer den Blick für die richtige Portion Melodie. Auch treibend wie bei „Evil’s rising“ oder „Dead-eye stare“ funktionieren die Kompositionen der San Francisco Truppe. Selbst ruhige Töne schlagen meist sofort um in gewaltige Power Thrash Hymnen. Großartig auch das dynamische „Back to the beginning“, das während seiner Spieldauer eine fulminante Entwicklung durchmacht. Ein kompositorisches Meisterwerk und mein Anspieltipp.
Auffällig übrigens noch, dass mit Elena Luciano eine junge Dame am Bass steht. Sänger Norman Skinner ist zweifelsohne ein Aushängeschild, denn er hat aggressives Shouting genau so drauf wie nervenzerreißende melodische Stimmungen und gefühlvolle Parts. Er macht uns also den Rob Halford genau so gut wie den Warrel Dayne. Und wenn er auch beide nicht ganz erreicht, so ist ein wenig von beiden in einer Person mindestens genau so gut wie jeder einzelne. Erst recht, wenn eine ordentliche Power dazu kommt. Eine satte Produktion tut ihr übriges. Mausoleum Records haben mal wieder ganz tief in die Perlenkiste gegriffen. Ich weiß jedenfalls, was ich diesen Sommer auf den Festvials mache: Ich durchstöbere die CD Stände nach dem Backing Katalog von Imagika. Das sind immerhin noch drei Alben: And so it bruns (2001), Worship (1998) und Imagika (Eigenproduktion, 1995). Unglaublich, wie mir diese Band 1998 bei der Tour mit Grave Digger und Iron Saviour entgehen konnte. Mein Gott, muss ich bei dem Konzert voll gewesen sein. Apropos. Ich recke beide Daumen in die Höhe, drehe lauter und begebe mich wohlig grinsend Richtung Kühlschrank. Metal as fett as Metal can be.
8.5 Punkte von Christian (am 19.01.2005)
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musikalischer Background des Verfassers Maiden, Epic Viking Metal, Doom Metal, True Metal, Heavy Metal, Power Metal, Old School US Metal, 80ies Thrash
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