Pylon aus der Schweiz geistern seit 2002 durch die Doom Szene. Ehrlich gesagt, bis dato ist die Band völlig unbeachtet an mir vorbei gegangen. Dabei lieferte das Duo mit kräftiger Unterstützung von acht Gastmusikern (!) mit dem schlicht betitelten „Doom“ ihr mittlerweile drittes Album ab.
Und der Albumtitel ist Programm: Pylon sind Jünger des traditionellen Doom und folgen auch mit ihrer Musik diesem Pfad zu jeder Zeit. Einmal mehr seien hier, auch wenn’s abgedroschen erscheinen mag, Black Sabbath oder Saint Vitus als Referenzen genannt.
„Doom“ ist ein traurig düsteres aber auch facettenreiches Album geworden. Man zitiert die oben genannten Referenzen, kopiert aber nicht bedingungslos. Pylon scheuen sich nicht davor, verschiedenste Klangszenarien in ihrer Musik zu verschmelzen Als stilistische Hilfsmittel werden hierfür sämtliche Register herangezogen: Orgel, Flöte oder Klarinette ertönen neben Gitarre, Bass und Schlagzeug. So treffen schwere Doomriffs und gut arrangierte Melodien auf melancholisch psychedelische Passagen und kreieren ein vielschichtiges Gesamtbild, das durchaus zu Gefallen weiß. Und auch der Gesang gestaltet sich ähnlich variabel. Von klaren Vocals, die mal rau, mal anklagend und wehleidig aus den Lautsprechern klingen bis zu tiefen Growls ist die gesamte Bandbreite je nach Anforderung bestens abgedeckt. Klingt auch alles sehr vielversprechend, was die Eidgenossen auf „Doom“ fabriziert haben.
Aber leider gibt es noch eine Kehrseite der Medaille, die mich letztlich daran hindert dem durchaus guten Album eine noch höhere Punktzahl zu verabreichen. Pylon haben es leider nicht geschafft, über die gesamte Spielzeit die kreierten Spannungsmomente zu transportieren. Mit dem Resultat, das „Doom“ in diesen Momenten an einer gewissen Langatmigkeit krankt, die eben nicht nur der Spielzeit von fast 78 Minuten geschuldet ist.
Trotz dieses kleinen Kritikpunktes ist es den beiden Hauptmusikern aber gelungen ein stimmiges und atmosphärisches Werk zu erschaffen, das viele Höhepunkte birgt. Man hat zu jeder Sekunde das Gefühl, das Pylon ihre eingeschlagenen musikalischen Pfade auch wirklich ernst meinen und nicht nur „mal eben“ auf den Doom Zug aufgesprungen sind.
Anspieltipps: Dream a Dream, Ho Theos Erchestai, Doomstone, Hors des sentiers battus
Fazit: “Doom” ist unterm Strich ein gutes, phasenweise sehr gutes Doomalbum geworden. Aber aufgrund des erwähnten Kritikpunktes kann ich hier letztlich doch keine bedingungslose „Must have“ Empfehlung aussprechen. Für Fans traditioneller Doomklänge aber sicher eine interessante Scheibe, die es lohnt anzuchecken.
Line Up:
Matt Brand: Vocals, Guitars
Jan Thomas: Bass, Flöte, Voice
Gäste:
Tinu Christen: Drums
Lennard Pater: Drums
Marc Ricci: Drums
Martin Roth: Drums
Philipp Schiess: Drums
Tom Fässler: Guitar
Sandro Keusen: Guitar
Oliver Schneider: Guitar
Discography: 2004 – Natural Songbirth
2006 – Days of Sorrow [Split]
2006 – Th’ Eternal Wedding Band
2009 – Doom
Tracklist:
Lineup:
01. Renovation (Renewal & Relapse)
02. Doomstone
03. Ho Theos Erchestai
04. In the Shade
05. Beneath, beyond
06. Dream a Dream
07. De Rerum Sanctarum Una
08. Psych-Icon
09. Hors des sentiers battus
10. Age of Despair
11. An Angel Tale
12. Deadlove
13. The Void thereafter
7.5 Punkte von Blizzard (am 31.03.2009)
Deine Meinung ist gefragt:
Druckversion des Artikels:
Artikel an Kumpel versenden:
musikalischer Background des Verfassers Thrash- / Speed- / Power- / US- / Death- / Doom Metal , NWOBHM
X Aktuelle Top6
1. Steel Panther "Feel the Steel"
2. Ratt "Invasion of Your Privacy"
3. Poison "Look What the Cat Dragged In"
4. Europe "Wings of tomorrow & The Final Countdown"
5. Crashdiet "Generation Wild"
6. Syzzy Roxx "Glamourizer"
X Alltime-Klassix Top6
1. Death "alles"
2. Savatage "alles bis Edge of Thorns"
3. Metal Church "The Dark"
4. Overkill "Taking Over"
5. Skid Row "Skid Row"
6. Helloween "alles bis Keeper Pt. II"
[ Seit dem 31.03.09 wurde der Artikel 1535 mal gelesen ]