Mit Crown the Lost kommt eine weitere junge und talentierte Band über den großen Teich geschippert. 2006 gegründet, hat das Quintett aus Pittsburgh noch im selben Jahr in Eigenregie das Debütscheibchen ’Reverence Dies Within’ eingespielt. Nun, drei Jahre später kommt der Nachfolger „Blind Faith Loyalty“ auf breiter Ebene via Cruz del Sur zur Veröffentlichung.
Fast eineinhalb Jahre haben Crown the Lost am neuen Album gefeilt. Deutlich extremer und technisch anspruchsvoller als das Debüt soll die recht eigene Mischung aus Thrash und Power Metal (die Jungs selber fühlen sich vollends dem Thrash Genre zugehörig) ausgefallen sein. Auch wenn ich diese Eigendefinition beim hören des Albums nicht vollends teile: Das Resultat zählt, und das kann sich zumindest vom musikalischen Aspekt betrachtet hören lassen. Aber der Reihe nach….
Die zehn Kompositionen auf „Blind Faith Loyalty“ knallen Fett und druckvoll produziert aus den Boxen. Technisch überaus versiert entfesseln die Gitarristen ein Riffgewitter, das sich gewaschen hat. Meist im hohen Tempobereich angesiedelt wechseln hammerharte Thrash-Riffs, pfeilschnelle Soli und progressiv angehauchte Melodien mit schöner Regelmäßigkeit. Auch die Rhythmussektion steht dem nichts nach und verrichtet bei den komplex komponierten Songs ihren Job mit der Präzision eines Uhrwerks.
Vielschichtigkeit gepaart mit Härte und Energie scheint die Devise der Jungs gewesen zu sein. Und diese Linie wird kompromisslos durchgezogen. Vieles erinnert in puncto Songaufbau und Struktur an die Extrem-Prog Könige Into Eternity, auch wenn man qualitativ noch nicht ganz in dieselbe Liga vordringt. Seien es nun die zahlreichen Breaks und Tempowechsel, oder das gelegentliche einstreuen von Blast-Attacken. Man kommt einfach nicht umhin hier eine prägnante Einflussgröße auszumachen.
Aber wo ist in der da noch Platz für den angesprochenen Power Metal?
Der gesellt sich in Form des Gesangs dazu, und ist leider der ganz große Schwachpunkt des Albums. So komplex und kraftvoll die Musik auch ist, so eintönig und Drucklos kommt der Power Metal Gesang von Chris Renaldi aus den Boxen. Mal abgesehen von ein paar tiefen Growls die wohl nicht aus seiner Kehle kommen, singt er sich, mit konsequenter Monotonie eine Tonlage nutzend, durch die Songs. Zur Musik von Crown the Lost will das einfach nicht passen. Spätestens nach 2/3 des Albums ist der Gesang einfach derart nervtötend, das man der Instrumentenfraktion die ihnen gebührende Huldigung nicht mehr entgegen bringen mag, und geneigt ist zielstrebig auf die Taste seines CD-Players zuzusteuern!
Anspieltipps: Defame The Hypocrites, Bound to Wrath, Impose your Will
Fazit: . Musikalisch ist auf „Blind Faith Loyalty“ sicherlich alles im grünen Bereich, aber der auf Dauer nervige Gesang schmälert den Hörgenuss erheblich und verhindert damit letztlich leider eine höhere Wertung.
Stellt sich aber die Frage, wem man das Album ans Herz legen soll. Puristisch orientierte Thrash Fans werden mit dem Album sicher nicht warm werden können, die selbst gewählte Genreschublade ist nahe am Etikettenschwindel. Fans von Bands, wie Into Eternity kommen da schon eher in Frage. Aber auch die sollten „Blind Faith Loyalty“ vorher unbedingt sehr ausgiebig anchecken!
Line Up:
Chris Renaldi - Vocals
Joe Bonaddio - Lead Guitar
David E. Gehlke - Rhythm Guitar
Shaun Gunter - Bass
Kevin Antonacci - Drums
Discography: 2006 – Reverence Dies Within
2009 – Blind Faith Loyalty
Tracklist:
Lineup:
1. Defame the Hypocrites
2. Drawing the Parallel
3. Bound To Wrath
4. Symbiotic
5. Finality
6. Dreaming In Reverse
7. Privation
8. Impose Your Will
9. Hollow Refuge
10. Blind Faith Loyalty
6.0 Punkte von Blizzard (am 08.04.2009)
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musikalischer Background des Verfassers NWOBHM; Thrash- / Speed- / Power- / US- / Death- / Doom / Stoner Metal ; Glam / Classic/ Hard Rock & Sleaze,
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