Melodischer Power Metal aus Griechenland ist normalerweise etwas für die kleinen Labels wie Scarlet oder Dragonheart. Warum jetzt auch Century Media aus dieser eher zweitklassigen Szene rekrutieren, scheint zunächst schleierhaft. Ein zweiter Blick erklärt einiges: Zum einen sind Firewind alles andere als zweitklassig. Zum anderen ist der kreative Kopf der Band ein gewisser Gus G., der sich mit Bands wie Nightrage, Mystic Prophecy und Dream Evil bereits einen Namen gemacht hat. Nightrage und natürlich Dream Evil sind bekanntermaßen ebenfalls bei den Dortmundern unter Vertrag, und so liegt die geschäftliche Verbindung nahe. Gus hat Dream Evil übrigens mittlerweile verlassen, damit er sich mit Firewind ordentlich austoben kann.
„Forged by fire“ bietet Power Metal auf allerhöchstem Niveau. Neben den unglaublichen und viel gelobten Fähigkeiten von Gus G. liegt das unter anderem an der hammerharten Produktion, deren Endmix im schwedischen Fredman Studio von Fredrik Nordström (ja, der Dream Evil Gitarrist, verfluchte Inzucht) und Patrik J. Sten gefertigt wurde und die zum besten gehört, was mir in der letzten Zeit untergekommen ist. Bemerkenswert zudem die Gastmusiker: James Murphy steuerte für „The forgotten memory“ ein Solo bei. Und für das Instrumental „Feast of the savages“ verpflichtete man Marty Friedman für einen ähnlichen Job. Doch auch die bandinternen Musiker sind keine grünen Jungs. Der in Sri Lanka gebürtige Sänger Chity Somapala (ex-Avalon, Faro, Moonlight Agony) ersetzte im vergangenen Jahr den bisherigen Frontmann Stephen Fredrik. Bassist Petros Christo (ex-Breaking Silence), Drummer Stian Kristoffersen (Pagan's Mind, Jorn Lande) und Keyboardwunder Bob Katsionis (Nightfall, Imaginery), dessen Solo Scheibe bei mir im letzten Jahr erstaunlich gut weggekommen ist, runden das hochkarätige Ensemble ab.
Etwas besonderes kann ich über „Forged by fire“ nicht vermelden. Es gibt speedlastige Banger („Escape from tomorrow), gewaltige Power Hymnen („The forgotten memory“), Dio-lastige Stampfer („Hate World Hero“, „In the middle of the night“) und Balladeskes („Land of eternity“). Das übliche eben, aber alles auf jeden Fall vom feinsten. Was mir an Firewind besonders gut gefällt, ist die kompromisslose Härte, mit der die Griechen zu Werke gehen und die von überragender Spieltechnik getragen wird. Die ganz große Benotung ist aber noch nicht drin. Denn mir fehlen die eigentlichen Hits auf diesem Album. Einen Song, der sich in mein Ohr frisst, der mich nicht mehr loslässt und der einfach so geil ist, dass ich auf dem Wacken meinen gemütlichen Campingstuhl verlasse, nur um ihn einmal live zu hören, konnte ich nicht ausmachen. Vielleicht beim nächsten Mal.
Bin gespannt, ob sich diese Band langfristig gegen die saustarke Konkurrenz aus dem eigenen Hause (Nocturnal Rites oder die alles überragenden Tad Morose) durchsetzen kann. Und ob jemand in einem Monat, der die neuen Scheiben von Kreator, Grave Digger und Dark Tranquility sowie einige langerwartete Tourneen mit sich bringt, Geld für eine noch relativ namenlose Band aus dem Lande des Europameisters übrig hat. Lohnen würde es sich jedenfalls. Und gegen frisches Blut in der heimischen Tonträgersammlung ist schließlich nichts zu sagen.
7.5 Punkte von Christian (am 22.01.2005)
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musikalischer Background des Verfassers Maiden, Epic Viking Metal, Doom Metal, True Metal, Heavy Metal, Power Metal, Old School US Metal, 80ies Thrash
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