Doom Metal aus Australien mit weiblichem Gesang! Das nenne ich doch mal eine Kuriosität. Und es soll sich wieder einmal beweisen, dass Down Under fernab der in den Genreballungsgebieten herrschenden inzestiösen Bandbeziehungen echte Qualität produziert wird. Aber dazu später. Rituals Of The Oak zelebrieren neoklassischen Doom Metal. Bisher hatten sie ein auf 100 Kopien limitiertes Demo veröffentlicht, das ihnen den Deal beim geschmackssicheren Label Eyes Like Snow bescherte. Beide Demotracks finden sich auf dem Debütalbum wieder und liefern mit den drei Neukompositionen den Beweis, dass Frauen durchaus doomen können. So wird ganz nebenbei noch mit einem Vorurteil aufgeräumt. Viel bemerkenswerter ist aber, dass das Demo ebenfalls erst dieses Jahr erschien. Die Band hat somit eine rasante Entwicklung hinter sich, die sie auch 2010 mit einem Auftritt auf dem Doom Shall Rise Festival fortsetzen wird. Hier ist was im Busche!!! Also aufgemerkt, liebe Metal Gemeinde!
Hoch melodisch, düster und heavy vollziehen die Australier ihr Doom Ritual. Das Riffing ist intelligent und wird durch ein sehr versiertes Bassspiel unterstützt. Zentrum des Albums ist das grandiose „Standing In The House Of Suffering“, das mit seinen tristen Melodien und tonnenschweren Rhythmen Doom in seiner schönsten Form zelebriert. Auch das eher rockige „Drown The Wood In Blood“ kann vollends überzeugen. Eine Nummer wie „Childhood’s End“ plätschert ein wenig belanglos vor sich hin und kostet die Band leider richtig hohe Wertungen. Dafür punktet das gefühlvolle „The Spell Of Doom“ noch einmal mächtig, zieht den Hörer unweigerlich in seinen Bann und lässt ihn für lange, lange Zeit nicht mehr los. Hier werden ansatzweise sogar gotische Gefilde betreten. Das liegt keineswegs am Gesang, sondern am musikalisch zerbrechlich inszeniertenSchlusspart. Kuttenträgern könnte das an dieser Stelle vielleicht etwas zu weit gehen. Doch selbst hier bleiben die Australier atmosphärisch dem Doom treu, so dass dieser Ausflug nachvollziehbar bleibt und das Album ergreigend ausklingen lässt.
Noch ein paar Worte zum Gesang: Der ist tonsicher, authentisch, passt ideal zur Musik und wirkt jederzeit charismatisch, ohne sich aufgesetzten Stilelementen wie Gesäusel, Gekreische oder sonst irgendwelchem Firlefanz bedienen zu müssen. Respekt!
„Hour Of Judgement“ gibt es neben der CD-Version übrigens auf Vinyl als Stonehenge Edition (Green/Silver mit T-Shirt und Patch), Heathen Sky Edition (Dark Blue) und Black Earth Edition (Black Vinyl). An die streng limitierte Stonehenge Version dürfte man nur noch sehr schwer rankommen. Das ist was für Sammler und fanatische Fans der Australier. Ich für meinen Teil finde die CD völlig ausreichend, kann die dafür aber auch nur allerwärmstens empfehlen. Dieses Debüt ist ein herausragendes Doom Opus und ein Pflichtkauf für alle, die auf schweren, melancholischen, melodischen und rifforientierten Metal stehen.
Tracklist:
Lineup:
1. Hour Of Judgement
2. Drown The Wood In Blood
3. Standing In The House Of Suffering
4. Childhood's End
5. The Spell Of Doom
8.5 Punkte von Christian (am 27.12.2009)
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musikalischer Background des Verfassers Maiden, Epic Viking Metal, Doom Metal, True Metal, Heavy Metal, Power Metal, Old School US Metal, 80ies Thrash
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