„Blackjazz“ ist nicht etwa das neueste Release der schwedischen Formation Shining, sondern der gleichnamigen Formation aus den Tre-Kronas Nachbarland Norwegen um den Saxophonist Jørgen Munkeby.
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„Blackjazz“ kann man eigentlich nicht in Worte fassen. Ein derart verdrehtes und krankes Album ist mir bis dato nicht untergekommen. Der Albumtitel selbst liefert eigentlich den treffendsten Hinweis darauf, womit der Hörer es zu tun bekommt. Ein Album das die Schwärze und Abgrundtiefe Dunkelheit nordischen Black Metals mit klassischem Jazz verbindet. Und das auf eine scheinbar derart willkürliche Weise, das man fast geneigt ist, das Album beiseite zu schieben und sich anderen Dingen zu widmen. Zu sperrig und abgedreht wirkt „Blackjazz“ beim ersten Hören so das der Proband geneigt ist, erst ein vierzig Semester währendes Musikstudiums auf sich zu nehmen, um es dann noch einmal mit diesem Brocken aufzunehmen.
Aber das Album versprüht eine derart intensive Aura, das man hypnotisch immer wieder zu einem neuerlichen Anlauf die Play-Taste bemüht. Und siehe da, irgendwo zwischen Durchlauf zehn und fünfzehn zündet das Album plötzlich. Aber vielleicht ist man auch selbst mittlerweile völlig Verdreht von dem irrwitzigen Songstrukturen???
Nein, Nein. Wer es bis hierher geschafft hat, wird belohnt werden. Der krude Shining’sche Klangkosmos erschließt sich nur dem geduldigen Hörer. In Töne und Klangcollagen verpackte Emotionen, Pechschwarz und von Pein gezeichnet, ergeben in Kombination mit dem wahnsinnigen Extrem Geschreie von Mastermind Jørgen Munkeby plötzlich ein schlüssiges und tief durchdachtes Gesamtkonzept das in seiner musikalischen Geschlossenheit sicher seines gleichen sucht. Die vielen kleinen Feinheiten und Details im Song-Arrangement zeugen von einer fast schon philosophischen Herangehensweise an die Kreierung ihres musikalischen Wahnsinns. Aber es passt einfach alles zusammen. Obwohl an Vielschichtigkeit nicht zu überbieten, spannen Shining dank einiger sehr geradliniger, treibender Passagen, immer wieder den Bogen zurück zur Essenz (schwarz)metallischer Klänge. Ob man mit der Musik von Shining warm werden kann oder nicht muß man selbst herausfinden.
Leichte Kost bieten die Norweger sicher ebenso wenig wie konventionellen Metal. Wer sich allerdings durch einige, zugegeben anfangs mühsame, Durchläufe heranwagt und die nötige Ausdauer besitzt wird ein unglaublich intensives Album für sich entdecken.
May the persistence be with you!
Anspieltipps: The Madness and the Damage Done, Healter Skelter,
Fazit: Genie und Wahnsinn lagen in der Musik noch nie so dicht zusammen wie bei diesem Album.
Line-Up:
Jørgen Munkeby: Vocals, guitars, saxophone and misc. instruments
Torstein Lofthus: Drums
Tor Egil Kreken: Bass
Bernt Moen: Synths and keyboards
Even Helte Hermansen: Guitars
Discography:
Where The Ragged People Go (bp recordings) [2001]
Sweet Shanghai Devil (Jazzland Recordings) [2003]
In The Kingdom Of Kitsch You Will Be A Monster (Rune Grammofon) [2005]
Grindstone (Rune Grammofon) [2007]
Blackjazz (Indie Recordings) (2010)
Tracklist:
Lineup:
1. The Madness And The Damage Done
2. Fisheye
3. Exit Sun
4. Exit Sun
5. Healter Skelter
6. The Madness And The Damage Done
7. Blackjazz Deathtrance
8. Omen
9. 21st Century Schizoid Man
8.5 Punkte von Blizzard (am 01.02.2010)
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musikalischer Background des Verfassers NWOBHM; Thrash- / Speed- / Power- / US- / Death- / Doom / Stoner Metal ; Glam / Classic/ Hard Rock & Sleaze,
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