„Nemesis Divine“ nennt sich das Debüt der noch vergleichsweise jungen schwedischen Heavy Metal Formation Gallows End, die zunächst nur als Ein-Mann-Projekt von Sänger und Gitarrist Thord Klarström geplant war. Doch mit der Zeit rauften sich die Herrschaften zu einer echten Band zusammen und veröffentlichten 2007 ihr erstes 3-Track-Demo. Das Artwork für ihr heute vorliegendes Debüt besorgte übrigens immerhin J. P. Fournier (u. a. Edguy, Avantasia, Immortal, Steel Attack).
Geboten wird rauer Power Metal, der sowohl im Hard Rock als auch in der NWOBHM verwurzelt ist und insgesamt gut, vereinzelt aber auch etwas naiv gespielt wird. Die Musik wird vom Gesang bis hin zur Lead Gitarre passabel vorgetragen, doch die richtig zündenden Ideen fehlen noch. Man merkt den Akteuren ihre Unerfahrenheit ein wenig an. Andererseits sind sie um größtmögliche Professionalität bemüht, was deutlich spürbar ist. Dadurch geht ihnen die spontane Frische ab, die so manch vergleichbaren Act auszeichnet – man denke nur mal an das grandiose Debüt von Machine Men, hinter dem „Nemesis Divine“ klar zurück steht. Geworden ist aus denen nicht so recht etwas. Warten wir mal ab, was Gallows End noch so bevorsteht. Die ersten drei Nummern sind ok, aber nicht boah ey!. „Soul Collector“ gefällt mir am besten, setzt jedoch keine Ausrufungszeichen. Wenn dann doch mal ein markantes Riff aufhorchen lässt („The Curse“), kann der Refrain nicht mithalten. In der zweiten Albumhälfte wird es besser: „Different Eyes“ (Maiden!), „The End“ (etwas getragener) und „The Unborn Flag“ (gibt schnörkellos auf die Fresse) machen Spaß und Appetit auf mehr. Das abschließende Epic „Riders Of The North“ lässt sich abgesehen von den zu ausgedehnten Instrumentalpassagen ebenso gut verknusen.
Die Gitarristen zeigen übrigens eine starke Leistung beim Solospiel. Meine Empfehlung: diese Kunst auf die anderen Spielplätze der Klampe ausdehnen. Das Riffing könnte mehr zweistimmige Harmonien und Leads vertragen. Noch ein Wort zum Gesang: Der erinnert mich an Satan, wobei ich nicht den gefallenen Engel, sondern natürlich Michael Jackson meine, äh, also den von Satan und Pariah. Na, ihr wisst schon. In Sachen Volumen und Power kann Thord dem Michael nicht das Wasser reichen, doch insgesamt geht seine stimmliche Leistung in Ordnung.
Bei der Bewertung dieses wie gesagt recht anständigen Werkes schwankte ich lange zwischen einer sechs und sieben, bis mir einfiel, das wir ja auch die Kommastelle haben. So ein Glück.
Tracklist:
Lineup:
1. Nemesis Divine (Trial of the Gods)
2. Soul Collector
3. Kingdom of the Damned
4. No Return
5. The Curse
6. Set the World in Flames
7. Not Your Own
8. Different Eyes
9. The End
10. The Unborn Flag
11. Storm of Fate
12. Riders of the North
6.5 Punkte von Christian (am 22.06.2010)
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musikalischer Background des Verfassers Maiden, Epic Viking Metal, Doom Metal, True Metal, Heavy Metal, Power Metal, Old School US Metal, 80ies Thrash
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