Mit „Defenders Of The Magic Circle“ hatten die Polen Crystal Viper vor knapp vier Monaten bei mir ziemlich ins Schwarze getroffen. Kompromissloser True Metal mit weiblichem Gesang war irgendwie doch was besonderes, und umso erfreuter war ich seiner Zeit, da das Album prima funktionierte. Das trifft auf das aktuelle, diesmal reguläre Werk, nur bedingt zu. Wie das immer so ist: Wird einer Band die erste breite Aufmerksamkeit zu teil, besteht die Gefahr, dass sie im nächsten Schritt alles perfekt machen will und damit über das Ziel hinaus schießt. Genau in diese Falle tappst die Formation aus Kattowitz dieses Mal. Die Songs sind technisch besser, die Produktion ist professioneller, doch von dem unvergleichlichen Underground Charme, den man auf „Defenders Of The Magic Cirlce“ noch spüren konnte, ist auf „Legends“ nicht mehr viel zu spüren. Der Silberling genügt allen internationalen Standards, ist aber irgendwie nicht mehr so geil. So verliert die Band ein wenig an Boden, ohne offensichtliche Fehler zu begehen. „Blood Of The Heroes“ könnte zumindest live prima funktionieren. „Sydonia Bork“ ist eine starke Ballade, bei der Marta Gabriel ihr einzigartiges Können ausgiebig beweist. Der Song selbst ist definitiv eine der besten True Metal Balladen der letzten Jahre. Die große Masse der Nummern befasst sich allerdings mit Genre Platitüden. So etwas passiert übrigens oft, wenn man mit Gastmusikern arbeitet. Hier beschäftigen sich die Hauptakteure damit, Stefan Kaufmann, Mat Sinner, Rhino und Sven D'Anna & Dano Boland (Wizard) unter zu bringen, statt ihrem eigenen Schaffen Seele zu verleihen. „Man Of Stone“ schickt Grüße gen Helloween, „Black Leviathan“ eher eine Postkarte an Running Wild. Aber wengsten klingen Crystal Viper nicht nach Schweden oder Italien. Mein Anspieltipp ist neben der erwähnten Ballade die schwere Zed Yago Homage „Secrets Of The Black Water“. Abschließend gibt es dann noch das Accept Cover „TV War“, das ganz ok ist.
Tracklist:
Lineup:
1. The Truth (Intro)
2. The Ghost Ship
3. Blood Of The Heroes
4. Greed Is Blind
5. Sydonia Bork
6. Goddess Of Death
7. Night Of The Sin
8. Secret Of The Black Water
9. A Man Of Stone
10. Black Leviathan
11. TV War (ACCEPT Cover)
7.0 Punkte von Christian (am 28.10.2010)
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musikalischer Background des Verfassers Maiden, Epic Viking Metal, Doom Metal, True Metal, Heavy Metal, Power Metal, Old School US Metal, 80ies Thrash
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