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 Dave Mustaine (USA) "MEIN WAHRES ICH" Buch

Dave Mustaine - MEIN WAHRES ICH - Klicke zum Vergroessern Zum vergrößern anklicken!
 
So bewertet Metalglory
Grundbewertung des Werkes:
einfach Genial!!
 
Kaufwertung für Euch:
Eine Kaufaufforderung :)!!


Label: Iron Pages Books Verlag  (16 verwandte Reviews)
Veröffentlichung: 17.6.2011   (1325 verwandte Reviews)
Spieldauer: 288
Musikstil: Thrash/Speed Metal   (956 verwandte Reviews)
Musikbeschreibung:
Homepage: http://www.megadeth.com/home.php
 Leserwertung
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Weitere Infos zu Dave Mustaine:
REVIEWS:
Dave Mustaine Mein Wahres Ich
Mehr über Dave Mustaine in der Metalopedia
Diskussion zum Review
im Forum

Dave Mustaine, sicher eine der schillernsten Persönlichkeiten des Heavy Metal und einer der begnadetsten Gitarristen auf diesem Erdball, hat sich nun auch zu einer Art Biographie hinreißen. Und auch wenn ich von so etwas nicht viel halte – sei es hier vorweg genommen – das Buch lohnt sich mächtig!

In den USA bereits 2010 herausgekommen, wurde es im Juni 2011 durch Iron Pages auch im deutschsprachigen Raum vertrieben. Da komme ich auch zum wirklich einzigen Kritikpunkt dieses Werks: Wer hat denn da übersetzt? Nicht, dass es sinnentstellend wäre – aber bei „Rock ‚n’ Roll - Fachtermini“ sollten die Dolmetscher dann doch noch mal ne Fortbildung machen.

Das ändert aber nicht daran, dass das Buch großartig ist und einfach einen Heidenspaß zu lesen macht – es ist kurzweilig und wirkt sehr authentisch.

Für den Leser ist es wirklich sehr schwer – und irgendwie ja auch nicht gewollt – zwischen Sachinhalt und Sympathie und/oder Antipathie zum Autor zu unterscheiden. Unweigerlich fühlt man sich in dem biographischen Erzählstil, tatsächlich von Geburt bis ca. Mitte 2009, mitgenommen, hingerissen, mitgefühlt, es ist spannend, extrem, überzogen, und so, wie man Dave Mustaine kennt, so ist auch das Buch geworden.

Mustaine läuft hier auf einem ewig schmalen Grat zwischen Selbsteinsicht und Selbsterkenntnis und grenzenloser Egomanie und Selbstüberschätzung (was ausdrücklich nicht für die musikalisch-kompositorischen Leistungen gilt) und erklärt sein Leben aus seiner Sicht der Dinge, die – zumindest ab ca. 1978, fast ausnahmslos mit Drogen, Beschaffung, Saufen und Sex zu tun hat, so dass die Sympathie, die man musikalisch hegt, heftig auf die Probe gestellt wird. Auch und natürlich widmet Mustaine neben seiner persönlichen Entwicklung als Kind einen Großteil dem (aus seiner Sicht völlig unberechtigten) Rauswurf bei Metallica und beschreibt mit sehr großer Offenheit, wie sehr diese 3-5 Tage zwischen Rauswurf seinerzeit in New York und Rückfahrt an die Westküste sein ganzes Leben wie einen roten Faden geprägt haben, ihn immer wieder prägen und quälen und es immer noch tun. Respekt aber für die Selbsteinschätzung!

Interessant beschreibt Dave Mustaine seine Kindheit, ewige Umzüge, Verlust des Elternhauses und Trennung vom (prügelnden) Vater, seine inner- und außerschulischen Qualitäten, die er hin und wieder ein wenig übertreibt „… das soll nicht heißen, dass ich zu höheren Baseball-Weihen bestimmt war; wenn ich es aber darauf angelegt hätte, wäre ich sicher ein glänzender Sportler geworden….“. Nun gut, mal eine mutige Einschätzung rückblickend auf eine 6-10 jährigen Jungen – und genau diese Selbsteinschätzungen, u.a. auch zum Thema Selbstverteidigung u.v.m., machen den Kerl so sympathisch unsympathisch. Insbesondere natürlich, wenn es – rückblickend – um Metallica geht und insbesondere die rühmliche Fahrt von der West- zur Ostküste. Auch wenn die Selbsteinsicht, dass mit ihm „… nicht gut Kirschen essen …“ und auch eine völlig chaotische Fahrt mit viel Alkohol und Exzessen diese Reise prägte, so ist die Einsicht, dass wohl vielleicht doch er es war, der das Fass zum Überlaufen brachte, nur bedingt da – zwar dass Mustaine, wenn er voll war, aggressiv und schlagwütig war, während die anderen Jungs nur Blödsinn im Kopf hatten, aber das dieses Verhalten grade ein massives darstellte … nun gut. Die Episode „Metallica“ nimmt einen langen Stellenwert im Buch ein und ist wirklich interessant, wenngleich auch sicher alkohol- und drogenverklärt und teilweise doch recht surreal: „… fraglich, ob aus Metallica ohne meine Stücke und Solos, aber vor allem ohne meine Energie überhaupt etwas Gescheites geworden wäre …“. Lassen wir das einfach mal so stehen.

Wirklich gut wird’s – und das wusste auch ich als Megadeth-Fan nicht in der Tiefe – wie unsagbar aufwändig sich die Gründung von Megadeth „Die Geburt des perfekten Monsters“ gestaltete, und mit welch immensen echten Drogen-Problemen dies einherging. Insbesondere bei Gar Samuelson und Chris Poland, wo auch Heroin erstmalig ins Spiel kam. Drogenrausch, Verfehlungen deshalb, Konflikte mit Polizei und Staatsanwaltschaft, später auch Zoll, ewig sich ändernde Besetzungen, die dann ihrerseits auch meist tief im Drogensumpf verstrickt waren und statt musikalische Höhen in vollem Bewusstsein zu erreichen doch eher versuchten, den Heroin-Affen zu vertreiben, zeichnen den Weg von Megadeth und Mustaine, so dass der Guitar-Hero sich selbst häufig als ein armes Drogenwürstchen zeichnet – teilweise mit, teilweise ganz ohne Selbstmitleid. Kostprobe: „Ich wusste nicht, dass Chris [Poland] seine Ration Heroin in einer Ecke des Schranks verstaut unter einem nunmehr mit [meiner] Kotze besudelten Handtuch verstaut hatte“. Lustigerweise ging mit steigendem Megadeth-Erfolg eine zunehmende Drogenabhängigkeit einher.

Und das ist wirklich geil, spannend und fesselnd zu lesen, und obwohl Mustaine im Gitarrenhimmel sicher sehr weit oben hängt, erfährt man so einiges über den Menschen – und auch über andere Menschen, andere Musiker, andere Bands. Großartig, alles natürlich subjektiv, aber sehr authentisch. Es fällt ziemlich schwer, Mustaine – mag er Egomane sein wie er will – nicht irgendwie zu mögen, trotz Eskapaden, trotz Megadeth-Rauswürfen, die Miesheit und Niederträchtigkeit den eigenen Metallica-Rauswurf in nichts nachstehen, sondern eher noch übertreffen.

Sehr ehrlich und wahnsinnig intensiv beschreibt er auch seine Familie, Frau Kinder, die ihm über Jahre Halt gegeben haben, und die er trotz unglaublicher Drogeneskapaden und Verletzungen (scheinbar) noch immer hat. Hier muss erwähnt werden, dass in „Mein wahres Ich“ auch teilweise sehr interessantes Fotomaterial nicht nur als Metallica-Zeiten, sondern natürlich vor allem aus Megadeth verarbeitet ist; am interessantes indes sind die persönlichen Bilder vom ihm, Geschwister, Eltern, Frau und Kinder.

Zurück zur musikalischen Entwicklung eröffnet Mustaine mit großer Deutlichkeit, dass er die kommerzgeprägten „Cryptic Writings“, insbesondere aber natürlich „Risk“ einzig und allein machte, um Metallica zu toppen und er selbst 15 Jahre nach dem Rauswurf noch immer diesem Phantom, hinterher jagte. Wieso eigentlich? Er war doch – und ist es – zusammen mit Slayer die Thrash-Ikone auf den Plätzen 2 und 3! Reicht das nicht?

Nein, Mustaine reichte es nicht, trotzdem er – wie er selbst schreibt, und was durch die Photos eindrucksvoll belegt ist – eine „wunderschöne Frau“ hat und die Hochzeit zwischen all den erfolglosen Drogenentzügen und armseligen teilnahmen bei den anonymen Alkoholikern organisiert und glücklich erscheint (und hier zitiere ich nicht – aber wer das Buch kauft: Bitte den letzten Absatz auf Seite 191 lesen – abgrundtief schön).

Nach hinten raus spickt Mustaine seinen Wandel vom Saulus zum … naja, zum Paulus sicher nicht, aber über seine Fehde mit Jörn Nödveidt von Dissection spricht er auch und die Tatsache, dass er sich hat tatsächlich (hoffentlich!) von den Drogen hat lösen können, was eben nach seiner Anschauung mit Gottesfindung zu tun hat. Zum Glück reitet Dave da nicht drauf rum und missioniert, sondern beschreibt es als persönliche Erfahrung und Einstellung – und das ist sehr okay so.

Fazit: Ein fesselndes Buch, was ich jedem am Musik-Business und „Behind-the-Story“-Interessierten nah ans Herz legen möchte, allein wegen der zahlreichen Anekdoten und unglaublichen Geschichten, die man sich so gar nicht ausdenken kann.
Ich jedenfalls habe das Buch sicher nicht zum einzigen Mal gelesen und empfehle es hiermit gern weiter!

9 Punkte!


 
9.0 Punkte von AndreasH (am 02.12.2011)
 
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[ Seit dem 02.12.11 wurde der Artikel 3083 mal gelesen ]
 
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