CRIPPER sind vielen sicher nicht erst seit den unzähligen RTL/ARD/ZDF-Info-Reportagen über die „70.000 Tons of Metal“ ein Begriff. Für alle anderen sei gesagt, dass mit den 5 Hannoveranern rund um Shouterin Britta Görtz, nämlich Christian Bröhenhorst und Jonathan Stenger an den 6 Saiten, Bastian „Bass-T“ Helwig, der sich mit dieser Scheibe allerdings von CRIPPER verabschiedet und Dennis Weber an den Fellen CRIPPER ja auf dem Kreuzfahrtschiff ordentlich Dampf gemacht und eine scheinbar mächtig gute Show hingelegt hatten.
Umso gespannter war ich, als ich das am 22.6. erscheinende Werk „antAGONIST“ in den Player lege und mich an die rd. 46-minütige Scheibe heran mache. Zuerst fällt auf, dass die CD als Folder wirklich gut und edel daherkommt. Man hat sich also erneut echt Mühe gegeben, hier was Professionelles und Gutes zu schaffen.
Das gilt gleichermaßen für die Musik auf „antAGONIST“. Es überkommt einen sofort ein wirklich sauguter Eindruck: die Scheibe hat Power, was sich sofort beim Opener „New Shadow“ zeigt: rasend schnell, voll auf den Punkt gespielt und mit hervorragendem Sound von Gitarre, Bass und Schlagzeug – Respekt. Sowohl die Strophe als auch Refrain erinnern stark an gute Zeiten von EXODUS, und selbst die Soloarbeit ist kein ideenloses Gefidel, sondern fügt sich super in den Song ein.
Die vom Label vorgeschlagenen Anspieltipps gehe ich schnell durch und finde „Totmann“ noch eine Spur besser, mit einem langsamen, getragenen, aber vollkommen unkitschigen Intro kommt ein schleppender, monströser, gewaltiger Metal auf den Hörer eingebrochen, der weit in die Champions League des Thrash hinein geht: vom Midtempo-Riffing her könnte das auch von Hetfield, Hanneman oder Holt geschrieben sein. Ein Monster-Song, obergeil, ein Knaller!
Ähnlich verhält es sich mit „Dogbite“, wieder ein schnelles, aggressives Riff, die Bridge voll mit der Faust ins Gesicht, das macht Spaß. Einzig die Vocals überzeugen mich nicht, was aber daran liegt, dass ich „Only-Shouting“ nicht mag – objektiv betrachtet sind die Vocals sicher gut, aber angesichts der Qualität der Musik würden sich mächtige Möglichkeiten aufmachen, wenn der „Brüll-Shout-und-Growl“-Knopf mal abgestellt würde und stattdessen – grad bei „Totmann“ würde sich das unfassbar anbieten – auch mal Stimme und Variabilität zugelassen würde.
Aber fast alle anderen Nicht-Anspieltipps sind in meinen Augen auch Anspieltipps, sei es „God Spoken Prayer“ (geile Riffs, super arrangiert, coole Atmosphäre), „Cocoon“ oder „Clean“ mit einem mit gnadenloser Power vorgetragenen Riff – diese Scheibe ist keine Sekunde langweilig und fesselt. Grade die Bass- und Drums-Sektion legt einen wirklich astreinen Soundteppich hin, der dazu mit den Gitarren noch hervorragend abgemischt ist. Letztere zeigen, dass Gitarrenarbeit im Thrash-Metal nicht nur durch gnadenlos schnelles Spielen gekennzeichnet sein muss, was beide allerdings gut können und das auch zeigen, sondern dass erst die Kombination mit fetten schweren Riffs das Salz in der Suppe macht - und das ist CRIPPER hervorragend gelungen.
Aufgrund der Vocals, die mir weniger gefallen, muss ich persönlich in der Wertung allerdings etwas runtergehen – schade, etwas mehr Mut in diesem Bereich!
Ansonsten ist mit „antAGONIST“ in meinen Augen ein echtes Meisterstück gelungen, was sich in jedem Fall zu kaufen lohnt.
Daher gibt’s hier 8,5 Punkte, absolut Lust auf noch mehr und Spannung auf die kommenden Gigs ab Juni und die Tour mit Onslaught und Izegrim im Herbst.
Tracklist:
Lineup:
01 New Shadow 3:39
02 Not dead Yet 3:32
03 Animal of Prey 2:52
04 Totmann 4:40
05 Hegemony 3:05
06 Clean 4:00
07 General Routine 4:05
08 Dogbite 4:21
09 Another lesson in Pain 3:17
10 Damocles 3:56
11 God spoken Prayer 3:07
12 Cocoon 6:06
8.5 Punkte von AndreasH (am 14.06.2012)
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