Hier ist ein echtes Ein-Mann-Multitalent-Projekt zugange. Pierre Laube, der sonst bei P.H.A.I.L. aktiv zugegen ist, hat innerhalb von 4 Monaten den DOOMED-Erstling „The Ancient Path“ komplett selbst eingespielt und produziert. Und das nächste DOOMED-Album ist schon in Arbeit, hier hat also jemand eine Menge kreativer Energie loszuwerden. „The Ancient Path“ bietet wie der Bandname schon sagt puren Doom, schleppend und langsam mit tiefstem Growlgesang. Die Stimme klingt gleich auf „Sun Eater“, als wäre die Sonne zu verschlingen genau der Plan, bleibt aber ansonsten recht gleichförmig und dominiert das Ganze nicht.
Melodische Gitarreneinlagen mit teils schrägen Harmonien werden immer wieder eingeflochten. Ab und an wird das Tempo auch mal leicht angezogen, verhaltene Keys-/Sounds eingesetzt (sehr im Hintergrund) und kein Stück läuft unter 7 Minuten- soviel zum Grundgerüst.Beim ersten Durchhören konnte ich mich noch nicht so richtig dafür begeistern. Es scheint, als hätte man sich hier zu sehr auf bestimmte Klänge und Tonfolgen eingeschossen, die in ähnlicher Form immer wiederkehren und oft etwas simpel erscheinen. Die Fesselwirkung der Songideen könnte dabei noch höher sein und so richtig „reif“ klingt das Ganze manchmal noch nicht.
Nach mehreren Durchläufen muss ich aber doch zugestehen, dass die Klänge eine eigene sphärische Stimmung entfalten- auch wenn die erzeugte Atmosphäre nicht sofort zupackt. Man muss sich hierauf sehr einlassen und die richtige Grundstimmung mitbringen, was in diesem Genre aber nicht ungewöhnlich ist.
„Sun Eater“, „Death Is No Respecter“ und „My Love Is Dead“ sind da noch am stärksten, bieten die besten Melodien und sind zugleich meine Anspieltips. Den verschiedenen Passagen und Wiederholungen bei „Death Is No Respecter“ kann man gut folgen, sie klingen im Gegensatz zu einzelnen Passagen der ersten Stücke nicht zusammengebastelt sondern nachvollziehbar gewachsen. „My Love Is Dead“ hat als einziger Song Abwechslung im Gesang (auch mal klar und trotzdem sehr tief, gelungen!) und ist auch vom Songwriting her für mich am ergreifendsten und spannendsten. Eigentlich gibt es auch noch einen siebten Song, „Wolf Moon“ ein Tribute an Type O´Negative, der aber wegen eines Copyright-Konflikts derzeit leider nicht veröffentlicht werden kann.
Fazit: Für ein Ein-Mann-Projekt ein allemal beeindruckendes Debutalbum. „The Ancient Path“ kann noch nicht durchweg überzeugen, bietet aber auch schon Highlights in den dunkelsten Abgründen und eine eigene Note scheint durch- so dass es hierfür insgesamt runde 5 Punkte gibt. Fans von Swallow the Sun, Mourning Beloveth, Ahab und Konsorten sollten sich mit DOOMED ruhig schon einmal bekannt machen!
Tracklist:
Lineup:
1. Sun Eater
2. Collapsing Guts
3. She´s Calling Me
4. Caesar´s Whore
5. Death Is No Respecter
6. My Love Is Dead
5.0 Punkte von IlonA (am 16.07.2012)
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musikalischer Background des Verfassers Gothic-, Death-, Doommetal, Rock´n´Roll, 70s...und was mich sonst bewegt von J.S. Bach bis Blackmetal.
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