Die Faszination, die Magie und das Gefühl etwas ganz Besonderes zu hören und Melodien für die Ewigkeit zu lauschen...Was Ensiferum im Jahr 2001 mit ihrem selbstbetitelten Debüt-Album geschafft haben war ganz und gar großartig. Für Heerschaaren von anderen Bands waren und sind sie prägender Einfluss. Die Diskussion, welches der bisherigen fünf Studio-Werke (inklusive der Dragonheads-EP) denn nun das beste sei, würde je nach Gesprächspartner zu unterschiedlichen Ergebnissen führen. Für mich persönlich ist es das schon erwähnte 2001er Werk. Was unter anderem daran liegt, dass die Finnen vor 11 Jahren etwas auf CD zauberten, was neu und einzigartig war, eine bisher noch nie gekannte Atmosphäre aus den Lautsprechern zauberte, starke emotionale Ausbrüche auslöste und mich zeitweise sprachlos machte. Nie hätte ich gedacht, dass es der Band nochmals gelingen könnte mit einem anderen Album genau das zu wiederholen....bis „Unsung Heroes“.
Hier passt vom ersten Ton an endlich wieder alles zusammen. Dazu passt irgendwie, dass der alte Krieger, das Maskottchen der Finnen, auf dem Cover-Artwork von Kristian Wåhlin wieder frontal ins Zentrum gerückt ist. Ein Ähnlichkeit zum 2001er Cover, aber eben doch anders. So wie auch das Album.
Das eröffnende „Symbols“ hat alles, was ein Intro für eine Ensiferum-CD braucht, nämlich eine epische Melodie und eine cineastisch-bombastische Atmosphäre.
Es folgt „In My Sword I Trust“. Das Stück begeistert durch den wunderbaren Kontrast aus Petris gutturalem Gesang und den klaren heroischen Tönen im Refrain. Zudem eine tolle Melodie, die sofort ins Ohr geht.
Episch und folkloristisch geht es im Midtempo mit „Unsung Heroes“ weiter.
„Burning Leaves“ überrascht nicht nur mit dem Klang der Nyckelharpa, sondern auch mit dem mit Schwermut überzogenen Refrain und einem mehrstimmigen in finnischer Sprache vorgetragenem Zwischenpart. Die Sehnsucht vertiefen die Finnen mit „Celestial Bond“, einer ganz ruhigen Folklore-Akkustik-Nummer mit zartem, femininem Gesang. Eine wunderbare Melodie und so wunderbar zum Träumen, für das man prompt mit „Retribution Will Be Mine“ bestraft wird - hart, schnell, sehr schwarz und doch hymnisch-melodisch. Erstaunlich wie die Finnen immer und immer wieder neue, tolle Melodien kreieren. Es folgt - an dieser Stelle in der Spielliste durchaus überraschend - mit „Star Queen (Celestial Bond Part II)“ die nächste Ballade. Mit dem epischen „Pohjola“ zeigen sich Ensiferum abermals von der hymnisch-bombastischen Seite, um mit „Last Breath“ das nächste langsame Stück nachzulegen, bevor sich die Finnen mit „Passion Proof Power“ auf einer Spiellänge von fast 17 Minuten so richtig austoben können. Hier findet man Zahlreiches wieder, was die Schwertträger in all den Jahren ausgezeichnet hat. Aber auch ungewöhnliche Teile, die zwischen psychedelischem, mittelalterlichem Ritterfilm-Soundtrack, Progressivität und Ennio Morricone pendeln sowie mit eigenartigen Sprachpassagen und Reminiszenzen an Amorphis zu „Tales“-Zeiten oder sogar Nightwish verblüffen. Sehr mutig und im Ergebnis ganz, ganz große Klasse. Wie überhaupt das gesamte Album. Ich für meinen Teil finde hier nichts, aber auch gar nichts zu meckern und freue mich über dieses absolute Meisterwerk.
Tracklist:
Lineup:
1. Symbols 01:51
2. In My Sword I Trust 05:20
3. Unsung Heroes 05:55
4. Burning Leaves 06:04
5. Celestial Bond 04:15
6. Retribution Shall Be Mine 04:27
7. Star Queen (Celestial Bond part II) 05:55
8. Pohjola 06:05
9. Last Breath 04:30
10. Passion Proof Power 16:59
10.0 Punkte von LEX (am 24.07.2012)
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musikalischer Background des Verfassers True-und Power-Metal, Viking/Pagan/Folk-Metal, Osteuropa und Exoten in jeglicher Form, Genreübergreifendes, auch mal Thrash oder Death und Black in melodischer Ausprägung sowie ein wenig Gothic und Punk.
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