Hinter MELVINS-LITE verbirgt sich niemand geringeres als THE MELVINS selbst, allerdings in einer mal wieder anderen, besonderen Aufstellung. Will heißen: das Line-up besteht diesmal aus Buzz Osbourne, Dale Crover und Trevor Dunn (Fantomas, Mr. Bungle), der hier keinen elektrischen Bass mitbringt, sondern einen akustischen Kontrabass spielt.
PINK FLOYD goes Grunge und dazwischen besoffene APOCALYPTICA („inner ear rupture“)?? Das sind die Dinge die mir als erstes zu den Klängen von „Freak Puke“ in den Sinn kamen. Einen gewissen psychedelic-Rock-Touch kann jedenfalls man nicht leugnen. Die Songs beginnen meist recht „normal“ bei eingängigen, entspannten Melodien und werden dann durch diverse kreative Einlagen aufgelockert. An sich ziemlich gut, manchmal würde ich mir aber auch wünschen, dass der Song einfach so weiterläuft wie er angefangen hat. Das Ganze läuft trotzdem mit entspannter Atmosphäre und nicht allzu abgedreht durch.
Der Kontrabass klingt klasse und verleiht jedem Stück eine besondere Note, egal ob es in Richtung groovigem Rock oder mehr Grunge abgeht. Das Paul McCartney-Cover „let me roll it“ passt hier jedenfalls auch hervorragend rein und kommt sehr cool rüber. Den Instrumenten wird auch gut Gelegenheit gegeben, sich per Solo breitzumachen („baby won´t you weird me out“).
Nun ja- ich bin zugegebenermaßen nicht grade ´ne Melvins- Expertin. Die Frage, wie dieses Album innerhalb ihrer umfangreichen Discographie zu beurteilen ist, mag deshalb an anderer Stelle diskutiert werden. Für sich allein genommen ist das hier aber eine runde Sache, eigenwillig, kreativ, und mit gewissem easy-going-Faktor. Der Kontrabass-Sound ist wirklich mal was anderes, und wer sich mehr als nur einen Durchlauf gönnt, hat eine hohe Chance auf den einen oder anderen Ohrwurm.
Das gute Stück haut mich zwar nicht nachhaltig vom Hocker, hat in der richtigen Stimmung aber doch was für sich. THE MELVINS-Fans sollten sich „Freak Puke“ sicher nicht entgehen lassen, aber auch wer sich mit ihnen noch nicht sonderlich befasst hat kann hier ruhig mal ein Ohr riskieren.
Anspieltips: „mr. rip-off“, „leon versus the revolution“, „let me roll it“
Tracklist:
Lineup:
1. mr. rip-off
2. inner ear rupture
3. baby won´t you weird me out
4. worm farm waltz
5. a growing disgust
6. leon versus the revolution
7. holy barbarians
8. freak puke
9. let me roll it
10. tommy goes berserk
6.0 Punkte von IlonA (am 03.08.2012)
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musikalischer Background des Verfassers Gothic-, Death-, Doommetal, Rock´n´Roll, 70s...und was mich sonst bewegt von J.S. Bach bis Blackmetal.
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