16 Jahre können eine verdammt lange Zeit sein. Genug, um Bands aus der Wiege zu heben und wieder untergehen zu lassen, genug, um mehr Alben zu schreiben als es die meisten Bands in ihrer Karriere tun. Im Falle der Szene-Veteranen von Dead Can Dance sind 16 Jahre die Wartezeit zwischen dem letzten Album „Spiritchaser“ und dem soeben erschienenen Neuwerk „Anastasis“, griechisch für Auferstehung oder Wiedergeburt. Und um nichts anderes handelt es sich hierbei auch, sind Brendan Perry und Lisa Gerrard doch schon des Öfteren totgesagt worden. Kein Wunder, waren die letzten Jahre neben einer kurzen Live-Reunion doch vor allem von jeder Menge Streit zwischen den beiden geprägt.
Mit „Anastasis“ ändert sich dies, und die beiden kreativen Köpfe, die erstmals 1980 in Australien aufeinandertrafen, schließen lückenlos an die Vorgängeralben an. Die Verbindung von düsterem, getragenem Pop, verbunden mit neoklassischen Kompositionen und Weltmusik-Einflüssen, haben Dead Can Dance seit jeher perfektioniert und tun dem auch Anno 2012 keinen Abbruch. Musikalisch zeigt sich die Scheibe stark an Mister Perrys letztem Soloalbum „Ark“ orientiert, wenngleich natürlich das Instrumentarium um ein wesentliches größer ist, und der typische phonetische Gesang von Frau Gerrard ein Alleinstellungsmerkmal ohnegleichen ist. Schon die dichte Atmosphäre im ersten Song „Children of the Sun“ reißt unwiderstehlich mit, weil sie wärmend und erhaben, gleichzeitig aber so bedrückend wirkt. Das majestätische Ende mit Blechbläsern tut sein Übriges. Als wesentliche Inspirationsquelle dienten diesmal Länder wie Griechenland und die Türkei, sowie der nahe Osten. Gerade die traditionelle Bouzouki spielt eine wichtige Rolle auf „Anastasis“ und kommt immer wieder zur Geltung, genau wie die orientalischen Streicher, die „Agape“ gebührend einleiten. Als besonders gelungene Anspieltipps möchte ich das Percussion-lastige „Opium“ sowie die darauffolgende Nummer „Return of the She-King“ hervorheben.
Aber im Grunde kann man auch alle restlichen Songs genauso anführen, denn Schwachpunkte zeigen sich auf „Anastasis“ in keinster Weise. Der Hörer wird einige Durchläufe benötigen, um alle Facetten des Albums zu entdecken, denn derer gibt es hier genug. Es ist schön, Dead Can Dance wieder unter uns zu haben!
Tracklist:
Lineup:
01. Children of the Sun
02. Anabasis
03. Agape
04. Amnesia
05. Kiko
06. Opium
07. Return of the She-King
08. All in Good Time
9.0 Punkte von Laughing Moon (am 20.08.2012)
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musikalischer Background des Verfassers Dark Metal, Gothic Rock/Metal, Folk
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