Du magst norwegischen Black Metal der alten Schule? Du denkst zwar, dass es auch heutzutage noch immer gute Black Metal-Truppen gibt, die wahren Kultscheiben des Genres aber bereits vor gut zehn Jahren geschrieben wurden? Du verehrst die frühen Werke von Burzum, Satyricon oder Gorgoroth? Dann solltest du dir flugs „Gjemt I Skyggene“, das durch Northern Silence Productions neu aufgelegte Demo des norwegischen Trios Stillhet aneignen, da norwegischer Black Metal in letzter Zeit selten so nah an die Glanzzeiten dieser Spielart heranzureichen vermochte. Kein Wunder, dass das ursprünglich auf mickrige 150 Stück limitierte Demo der Norweger in Windeseile zum gesuchten Sammlerstück avancierte, erstaunlich ausgereift und verdammt überzeugend klingen Stillhet auf ihrem ersten musikalischen Lebenszeichen. Die typischen Ingredienzien höhenlastige und extrem bassarme Gitarren (es braucht eben nicht immer einen fetten und druckvollen Sound, um Erhabenheit zu erzeugen, die wahren nordischen Meister kreieren auch mit den typisch sirrenden Gitarren ohne Druck ein beeindruckendes Riffkompendium), monoton und hintergründig operierende Drums (in vorliegendem Fall leider ein artifizieller Stöckchenschwinger) und ein fies-hallender respektive wehkalgender Gesang sind zwar nicht wirklich neu, werden auf „Gjemt I Skyggene“ aber einfach mit purer und inbrünstiger Überzeugung intoniert, dass es eine wahre Freude ist. Ganz klar, hier weht ein Wind, welcher in den frühen Neunziger Jahren zu wehen begann und dank Scheiben wie dieser noch immer mehr als ein Sturm im Wasserglas ist! Nach dem obligatorischen Intro steigen Stillhet mächtig und fesselnd mit dem Titeltrack ein und bugsieren den Hörer sogleich in die richtige Stimmung. Überwiegend in majestätischem Midtempo gehalten, setzen die Norweger Raserei nur dann ein, wenn sie wirklich Sinn macht und achten behutsam darauf, die Atmosphäre der Stücke durch grundloses Geknüppel oder zähes Riffwiederkäuen nicht zu zerstören. Mit der gelungenen aber nicht einzigartigen Burzum-Coverversion beweisen Stillhet Hang zu altem Erbe, mit der zweiten Fremdinterpretation hingegen präsentieren sich die drei finsteren Musiker mutig und visionär: Das Instrumetal „Silent Hill“ ist eine blackmetallische Interpretation des Titelstücks gleichnamigen PC-Spiels und offenbart Erstaunliches: Gänsehautriffs, dichte und beklemmende Atmosphäre, dieses Stück ist wahrlich eine kongeniale Idee, die Schule machen sollte und für welche Stillhet tiefe Anerkennung gebührt. Hier reift eine Band heran, die nicht vor solch außergewöhnlichen Experimenten zurückschreckt und sie – wie in vorliegendem Fall- mit Bravour meistert. Abgerundet wird diese Wiederveröffentlichung mit dem neuen Song „Fordømt“, ein weiteres Beispiel erstklassigen norwegischen Black Metals, streckenweise unterfüttert mit klagenden Akustikgitarren, welcher zugleich hoffen lässt, dass das nächste Stillhet-Werk ein wahrer Klassiker seines Faches werden könnte. Es ist etwas im Gange…
8.0 Punkte von Björn Springorum (am 12.09.2005)
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musikalischer Background des Verfassers Ganz klar aus dem frostig-kalten Black Metal kommend, jedoch ist eine starke Tendenz zu elektronischen Klängen harscher Natur und folkigen Klängen überaus sanfter Natur zu erkennen...fügt man nun noch eine Prise Yann Tiersen dazu...voila!
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