Wie läuft ein Pferd, dem man die Zügel zu straff gespannt hat? Genau! Zu langsam. Fatal Smile hat irgendwer einen Ziegelstein unter das Gaspedal gelegt. Irgendwer hat ihnen die Nieten aus dem Gürtel gepickt. Versteht mich nicht falsch. Ich finde das Album „Neo Natural Freaks“ richtig gut. Nur irgendwie fehlt der allerletzte Kick. Fatal Smile gehen einfach nicht weit genug. Sie sind nicht dreckig genug, nicht laut genug. Ich weiß nicht, ob ihr es wisst: Einen guten Scotch – und mit gut meine ich gut und nicht irgendwas, das man im real Markt kaufen kann – einen guten Scotch trinkt man mit Wasser. Das tut auch der Schotte, und wer es nicht glaubt, der kann ja mal ein paar Tage in den Highlands verbringen. Nun, so steht in meiner Hausbar die ein oder andere Flasche guter Scotch. Wenn es mir nach diesem wohlschmeckenden Getränk gelüstet, fülle ich etwas klares Wasser in eine edle Karaffe, gehe zur Hausbar und mixe nett 3:1 zu Gunsten des schottischen Goldes. Irgendwann im Laufe des Abends kann es passieren, dass ich vielleicht, weil ich nicht mehr so richtig geradeaus gucke, zu viel Wasser in das edle Getränk kippe. Und da sind wir bei Fatal Smile. Fatal Smile sind ein edler Single Malt Whisky, in den man zu viel Wasser geschüttet hat. Ich mag diese Scheibe. Sie hat ein schönes Etikkett, ist gut gelagert und mit Liebe eingeschenkt. Und dann kam irgendwer daher und nahm ihr den Charakter. Mir fehlen die Ecken und Kanten, mir fehlt der letzte Exzess, der zum wirklich dreckigen Rock’n’Roll dazu gehört. Dafür bekomme ich bei „Quite chaos“ zumindest ansatzweise den Doom, und die Welt ist für mich wieder in Ordnung. Jetzt habe ich so viel gemeckert, dabei mag ich „Neo natural freaks“. Sorry, Jungs. Reden wir mal über die Dinge im Plus. Nette Produktion, intelligentes Riffing und ein wirklich guter Sänger sorgen bei jedem Rock’n’Roll Fan für ein wohlwollendes Kopfnicken. Wer auf Motörhead, Black Sabbath, Black Label Society und Testament (bitte alles gleichzeitig, eine einzelne Band davon ist keine Referenz) steht und es nicht immer ganz so böse braucht wie die eben genannten Vergleiche, der ist mit Fatal Smile gut beraten
6.0 Punkte von Christian (am 03.02.2006)
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musikalischer Background des Verfassers Maiden, Epic Viking Metal, Doom Metal, True Metal, Heavy Metal, Power Metal, Old School US Metal, 80ies Thrash
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