Nach dem schon superben “Shadows and Dust” (2002) haben die Kanadier von KATAKLYSM mit “Serenity in Fire”(2004) noch einmal einen gehörigen Schritt in Richtung Death-Metal-Thron getan. Mit „In the Arms of Devastation“ gehen sie meiner Ansicht nach wieder zwei Schritte zurück. Das liegt zum einen an den - im Vergleich zu den Vorgängerscheiben - wenigen wirklich guten Songs und zum anderen an dem manchmal arg glatt polierten Sound der Scheibe. Nachdem KATAKLYSM-Gitarrist J-F Dagenais bisher alleinig für die Produktionen der Band zuständig war, hat dieses Mal ein gewisser Tue Madsen den finalen Mix der Scheibe übernommen. Der derzeit nicht nur in Metalcore-Kreisen ziemlich angesagte Producer hat in seinen Antfarm-Studios in Dänemark beispielsweise auch schon Bands wie THE HAUNTED, ABORTED, DISBELIEF, GOREFEST oder ILLDISPOSED das entsprechende Soundgewand verpasst. Seine Fähigkeiten dürften unbestritten sein und er hat auch hier gute Arbeit geleistet. Aber irgendwie passt der Sound nicht so recht zu KATAKLYSM, zumindest nicht zu diesen Songs.
Ein weiteres großes Manko sind für mich die fast vollständig runtergefahrenen Blastbeats, die „Serenity in Fire“ noch so knackig und temporeich gestalteten. Das wird wahrscheinlich in erster Linie auf den zurückgekehrten Drummer Max Duhamel zurück zu führen sein, der Martin Maurais in dieser Hinsicht nicht so ganz das Wasser reichen kann. Das Songmaterial auf „In the Arms of Devastation“ liegt daher größtenteils irgendwo im Midtempo und kann dadurch schnell langweilen.
Die Songs im Einzelnen: Der Opener „Like angels weeping (The Dark)“ beginnt wie gewohnt mit einem kurzen Sprechpart und knallt dann furios, brachial und erstaunlich melodisch los. Für mich der beste Song der Platte. „Let them burn“ schlägt noch mal in die gleiche Kerbe und weiß durch den markanten Chorus zu gefallen. Bis hierhin: Well done. Im Folgenden vermag man das Niveau der ersten beiden Songs leider nicht zu halten. Bei dem Slow-Mo-Groover „Crippled and broken“ fällt zum ersten Mal die zwar druckvolle, aber auch klinische, kalte Produktion negativ auf. Zudem muss man sich wundern wie verständlich die Growls von Maurizio rüberkommen. Auch dies ist ein Punkt, der mich nicht gerade zu Begeisterungsstürmen rührt. „To reign again“ beginnt mit einem Akustik-Gitarren-Intro und donnert dann gewaltig los. Bei „It turns to rust“ wird Maurizio von KITTIE-Frontfrau Morgan Lander unterstützt, was sehr geil kommt. Noch einmal ein kleiner Höhepunkt, auch wenn der Song wieder im Midtempo vor sich hin watet. Bei „Open Scars“ reitet man dann solange auf einem Riff rum, dass man die Skip-Taste betätigen möchte. “Temptations Nest“ kommt nicht nur im Chorus etwas metalcorig. „In Words of Desperation“ ist dann recht stimmungsvoll gehalten, aber eben wieder im Midtempo, man vermisst einfach die schnellen Passagen. Beim letzten Track „The road to devastation“ wird’s dann richtig gemächlich: Mystisch-melanchloisch, ja irgendwie HYPOCRISY-mäßig kriecht dieser Song vor sich hin, ohne aber das gewisse Etwas zu versprühen. Auch das tolle Solo von INTO ETERNITY-Gitarrist Tim Roth kann den Song nicht mehr retten.
Fazit:
„In the Arms of Devastation“ ist für mich eine kleine Enttäuschung geworden. Trotz aller Kritik aber sicher immer noch ein hochklassiges Death-Metal-Release. Man darf für die Zukunft nur hoffen, dass sich KATAKLYSM nicht in eine ähnliche Richtung wie SIX FEET UNDER entwickeln.
7.0 Punkte von Schneider (am 11.02.2006)
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musikalischer Background des Verfassers 80`s Metal, Old School Thrash, Brutal & Technical Death, Metalcore, Hardcore, Mathcore, Hardrock, Melodic Rock/AOR, Prog-Metal
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