Vorliegend die Rezension des wiederaufgelegten Necromantia-Debütwerks, welches mitsamt den drei Nachfolgewerken unlängst via Black Lotus Records wiederveröffentlicht wurde und nun, mit neuem Artwork und jeweils einem Bonustrack versehen, in einer 1000er-Auflage als Digipack wieder erhältlich ist. Verallgemeinernd sei gesagt, dass die neuen Digipacks allesamt dadurch glänzen, weitaus schlechtere (!) Artworks zu bieten zu haben, als die Originale. Warum auch immer…
Achtet auch auf die in Kürze erscheinenden Rezensionen zu den drei Nachfolgewerken dieser (laut Selbstdefinition) „Oldest Occult Black Metal Band“.
1993 war ein großes Jahr für den Black Metal der post-Venom-Ära. Satyricons Meilenstein „Dark Medieval Times“ tauchte den nördlichen Nachthimmel in blutrote Nebelschwaden, Burzums "Hvis Lyset Tar Oss" sorgt für Aufsehen in der norwegischen Szene und in Deutschland soll ein Musiker namens Kanwulf sein „Orke“-Demo aufgenommen haben (was jedoch niemand nachzuweisen vermag). Viele hunderte Kilometer weiter südlich, im Land von Odysseus, Zeus und Cerberus, hingegen veröffentlicht eine Band ihr erstes Album, welches sich in vielfacher Hinsicht von den restlichen Anfangsbemühungen schwarzmetallischer Bands abhebt und dies gleich aus mehreren Gründen: Einerseits weil die obskuren Musiker sich ausführlichst mit tiefmagischen, okkulten Themen befassen, andererseits jedoch – und dies erschien ungleich wichtiger – weil die 1989 gegründeten Necromantia zwar zwei Bassgitarren, jedoch keine Lead- oder Rhythmusgitarre in ihr Soundbild integrieren. Resultat des 1993 veröffentlichten Debutalbums „Crossing The Fiery Path“ ist ein Klangbild, welches sich zwar wesentlich von allen anderen Produktionen seiner Zeit unterscheidet, dies jedoch nicht unbedingt in positivem Sinne: Nicht nur dass der Sound dieses Erstlingswerk rumpelig polternd und undifferenziert daherkommt (was ja beileibe nichts schlechtes bedeuten muss), zudem wirkt sich die Abstinenz jeglichen Gitarrensounds sehr unvorteilhaft auf den Klang aus, merkwürdig und fremdartig schlabbernd und bisweilen kratzend-dröhnend werkeln sich die Bassgitarren durch die sieben Stücke (darunter zwei Instrumentals). So ungewohnt dieser Umstand klingen mag, so gewohnt hingegen der Songaufbau. Simpel bis anspruchslos setzen die Griechen ihre Stücke auf „Crossing The Fiery Path“ zusammen, ergehen sich selten in Geschwindigkeitsausbrüchen und „würzen“ ihre Songs mit allerlei Keyboards, ruhigen Gitarren und Chören, ja sogar gänzlich ruhige Zwischenspiele sind zu vernehmen. Ist es Black Metal? Einerseits ja, da die rohe Atmosphäre und das bissige Auftreten des Sängers deutliche den gerade aufkeimenden Black Metal-Stil reflektieren, andererseits jedoch klingt vieles im Jahre 1993 noch nach doomigen oder traditionellen Vorreitern wie Venom und Co. Natürlich darf hierbei nicht vergessen werden, dass dieses Album bereits stolze 15 Jahre auf dem Feta-Buckel hat und ein Gros der heutigen Black Metal-Kasper damals noch zur Grundschule ging, Necromantia damit auf jeden Fall eine Vorreiterrolle zugesprochen werden muss, dieser Umstand macht dieses erste Werk jedoch noch immer nicht zu einem Klassiker des Black Metals, auch wenn man vielerorts bereits Ansätze dieser (trotz fehlender Gitarre) mystischen Aura fühlen kann, welche die Griechen auf ihren nächsten Werken zu einer faszinierenden und okkulten Black Metal-Band machen sollten. Ob der Grund, dass Necromantia einer der Vorreiter des Genres Black Metal sind, Kaufgrund genug ist, oder ob man trotz historischem Bewusstsein dennoch wahre Qualität bevorzugt, sollte, möge jeder für sich entscheiden und beim Entschluss gegen die Griechen lieber zu Burzum, Darkthrone oder Satyricon.
Als kleines Extra hat man (neben den verhunzten neuen Artworks) jede Scheibe mit einer Coverversion bestückt, im Falle vorliegender CD suchte man sich das Omen-Stück „Death Rider“ aus, was prinzipiell wirklich nett anzuhören ist, jedoch auch keine großartigen „Aha“-Momente bereitzuhalten weiß.
5.0 Punkte von Björn Springorum (am 14.02.2006)
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musikalischer Background des Verfassers Ganz klar aus dem frostig-kalten Black Metal kommend, jedoch ist eine starke Tendenz zu elektronischen Klängen harscher Natur und folkigen Klängen überaus sanfter Natur zu erkennen...fügt man nun noch eine Prise Yann Tiersen dazu...voila!
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6. Yann Tiersen "Die fabelhafte Welt der Amelie"
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