Letztes Jahr traf mich die Nachricht wie ein Schlag, als ich erfuhr, dass eine Doom Band den Wacken Metal Battle 2005 gewonnen hatte. Doom Metal wird eigentlich von allen Fans respektiert, aber nur von den wenigsten geliebt. Umso mehr war ich verwundert, als mich die Kunde von diesem doch recht kuriosen Verlauf des Wettbewerbs erreichte. Im Herbst 2001 erschien das erste Gorilla Monsoon Demo „deflowered world“. Nicht ganz zwei Jahre später folgte mit „...demonstrating heavieness“ die zweite Eigenproduktion. Die Jungs sind seit ihrer Gründung mächtig viel unterwegs und haben jede Menge Gigs mit vielen bekannten Bands gespielt, darunter Place of Skulls, Smoke Blow, Crack Up und Electric Wizard. Auftritte beim Doom Shall Rise, dem Wacken Open Air und zwei kleinere Touren veredelten die Live Qualitäten der Truppe weiter. Im Juni 2005 ging es ins Dresdener GCF-Laboratory Studio, um das erste echte Album aufzunehmen. Zu dieser Zeit wurden Armageddon Music auf die Band aufmerksam und nahmen sie unter ihre Fittiche. Hört man sich „Damage King“ so an, ist es kein Wunder, dass die Ereignisse einen solchen Verlauf nahmen. Das Album ist instrumental eines der besten Doom Werke, die ich seit langem gehört habe. Gorilla Monsoon nehmen moderne Riffs, spielen sie im guten alten Black Sabbath Stil und würzen sie mit einer satten Portion Stoner Rock. Das Ganze wird transportiert von einer gewaltigen Produktion, die im Hamburger Absurd Studio perfektioniert wurde und ihresgleichen sucht. Das Riffing dieser Band ist wirklich einzigartig und der Nachkommen eines Tony Iommi mehr als würdig. Nicht umsonst beruft sich das Infoblatt der Plattenfirma auf „Sweet leaf“. Dieser Song repräsentiert nicht nur die drogenverrauchte Attitüde des vorliegenden Albums, das hier und da vielleicht auch ein paar schnellere Mittel probiert hat. Er steht auch für eines der besten Iommi Riffs aller Zeiten. Und das ist eine Analogie, die ich durchaus unterstützen kann. Instrumental ist „Damage King“ eine klare Höchstnote. Wenn ihr nun etwas weiter nach unten schaut, werdet ihr feststellen, dass die aber nicht unter dem Review steht. Das liegt in erster Linie daran, dass ich mit dem Gesang von Jack Sabbath nicht sonderlich viel anfangen kann. Der ist gar nicht mal schlecht, wird jedoch durch verzerrende Effekte stark entfremdet. Und das ist einem Traditionalisten wie mir zu – na, modern eben. Ja, ich weiß, das ist engstirnig. Doch besonders beim Gesang kann ich nun mal absolut nicht über meinen Schatten springen. So bleibt „Damage King“ ein saustarkes Doom Album mit Riffs für die Ewigkeit, das ich allen Fans wärmstens empfehlen möchte, die nicht ganz so verbohrt sind wie ich es bin. Allein das zunächst beängstigend beklemmende, dann tonnenschwere Intro ist eine Klasse für sich. Der enorm treibenden Opener „Delay king“ macht mächtig Laune, was das Songwriting angeht. Mit seinen zahlreichen Soundspielereien wird die Grenze zum Industrial in meinen Augen jedoch nicht nur reichlich dünn, sondern hier und da überschritten. Und mit diesem Musikstil kann ich nun wirklich überhaupt nichts anfangen. Da gefällt mir „Knight of the wolverine“ schon sehr viel besser. Der pendelt munter zwischen Stoner Rocker, Riffgigant und Monstergroover hin und her. Der absolute Hammer. Der Titelsong schlägt eine eigenartige Brücke zwischen traditionellem Doom und modernen Thrash Metal. Auch nicht jedermanns Sache, lässt aber aufhorchen. Ich frage mich mittlerweile allerdings, ob Kollege Jack Sabbath mit seinem verzerrten Gekreische einen neuen Stil schaffen möchte oder einfach nur verbergen will, dass er nicht sagen kann. Egal, „First salvation“ ist ein klassischer moderner Doomer. Ja, das geht! Mit der Zeit gewöhnt man sich an das eigenartige Gehabe dieser Band. Und schließlich meckern wir Kritiker ständig rum, dass den Herren Musikern nichts mehr einfällt. Diesen Vorwurf kann man Gorilla Monsoon wahrlich nicht machen. So gleiche ich die Punkte, die ich in Gedanken bereits gestrichen habe, mit einem Extra Zähler für Innovation wieder aus und empfehle euch diese CD damit zum Kauf. Horcht aber auf jeden Fall rein. „Damage King“ ist derart ungewöhnlich, dass ich mir nicht zutraue, vorauszusagen, wer auf so etwas abfährt und wer mich für eine solche Empfehlung in die Wüste schicken möchte. Anspieltipp für die zweite Hälfte der CD ist auf jeden Fall das grandios rockende „War to the whimps“.
8.0 Punkte von Christian (am 28.02.2006)
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musikalischer Background des Verfassers Maiden, Epic Viking Metal, Doom Metal, True Metal, Heavy Metal, Power Metal, Old School US Metal, 80ies Thrash
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