Elisabetha - die Selbstmord begehende Geliebte Draculas - ist die neueste Errungenschaft der deutschen Last Episode-Nachfolger Black Attakk und in den Grundzügen klingt das Konzept dieser deutschen (?) Band (?) durchaus interessant: Eine vampirische Lesung in zehn Akten erzählt die Geschichte Bram Stokers nach und führt den Hörer nach Transylvanien beziehungsweise London, wo er den Ereignissen, die in "Dracula" stattfinden, beiwohnen kann. Musikalisch soll man dabei auf düstere Synthie- und Pianomelodien, melodischen Black Metal sowie eine beschwörende Erzählstimme zurückgreifen. Könnte ja was brauchbares dabei rauskommen - wenn sich wirkliche Könner dieses Metiers angenommen hätten!
Leider aber ist irgendwie einfach alles an "Und Wirklichkeit erfüllt die Seele wieder" schrecklich stümperhaft und unausgegoren: Das Bandlogo ist nur billig (der Name Elisabetha wird von einer schrecklich hingekrakelten Fledermaus umrahmt), der Rest des Covers würde selbst auf dem ersten Demo einer Anfängerband für Kritik sorgen, und auch die restliche äußere Gestaltung entbehrt jeglicher Ästhetik: Eine hässliche Schriftart und unsägliche Songtitel vom Schlage "Huren Dracula's" (man beachte das Apostroph!) machen es einem wirklich nicht leicht, die CD überhaupt einzulegen und die "Play"-Taste zu betätigen! Nun, nachdem ich mich durch das Album gekämpft habe, bereue ich es irgendwie auch, denn das Debüt Elisabethas ist mehr Beleidigung als "vampirische Lesung". Zum einen mangelt es der durchs Programm führenden Erzählstimme einfach an ALLEM, was eine gute Erzählstimme ausmacht, dümpelt so selten nervig und total uninspiriert vor sich hin und zitiert Passagen aus "Dracula" auf solch langweilige Art und Weise, dass man den Klassiker Bram Stokers als Unwissender schlicht für den trivialsten Schund der Literaturgeschichte halten muss. Musikalisch wollen Elisabetha Originalität beweisen und verwenden ausschließlich Bassgitarren. Wie zur Hölle kann man in dem Zusammenhang dann bitte noch von Black Metal sprechen??? Eine Frechheit ist das! Vielmehr hört sich die musikalische Seite Elisabethas größtenteils nach einer Mischung aus 80er Polizei-Fernsehserie und Kindergarten-Gothic an. Soll heißen, total nervtötendes Gedudel fügt sich mit schraddelnden Bassgitarren zu einer unausgegorenen Mischung zusammen, welche zwar teilweise mystisch-gruselige Ansätze erkennen lässt, trotz aller scheinbaren Ambitioniertheit aber leider bereits in den Grundzügen versagt.
Fazit: Elisabetha kommen zwar mit einem recht interessanten Konzept daher, werden aber ihren eigenen Anforderungen bei weitem nicht gerecht und enttäuschen so die Hörerschaft über weite Strecken. Hoffnung erkennen lassen einige gute Ansätze, wie der flotte und am ehesten blackmetallische "Der Wolf" (mal abgesehen vom Intro...) oder der Einstieg in "Kinder der Nacht". Darauf aufbauend könnte in der Zukunft einmal etwas brauchbares herauskommen, heuer ist dies allerdings noch nicht der Fall.
4.0 Punkte von Björn Springorum (am 20.05.2004)
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