Millenium (USA) "Jericho" CD
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Aus Florida stammen Millenium. Nach Gründung im Jahre 1995 brachte man zunächst unter dem Namen Eyewitness zwei Alben heraus. 1997 operierte die Band erstmals unter dem Namen Millenium und veröffentlichte ein gleichlautendes Quasi Debüt. Dem folgte das Album „Angelfire“, nach dem Sänger Todd Plant die Band verließ und durch einen gewissen Jorn Lande ersetzt wurde, der heute bekanntlich bei Masterplan trällert. Als großer Fan von Lande muss ich mir wohl dringen mal das Millenium Album „Hourglass“ besorgen, das der Norweger für die Jungens aus Florida eingesungen hat. Die Musik von Millenium ist nämlich vorzüglich, mit den Vocals von Rückkehrer Plant kann ich mich nur bedingt anfreunden. Die anderen Musiker haben einiges auf dem Kasten, was ihnen bereits Angebote von Iced Earth und Circle II Circle bescherte.
Wenn ich mir „Jericho“ so anhöre, kommen mir Namen wie Saxon oder Mystic Prophecy in den Sinn. Allerdings gehen Millenium etwas komplexer zu Werke. Fette Riffs und eine hammernde Rhythmussektion werden in durchdachte Arrangements gepackt. Beeindruckend ist auf jeden Fall die Arbeit an der Lead Gitarre. Der Gesang ist mir zu dünn, aber das gilt ja eigentlich auch für die Vorbilder. So entsteht ein wirklich gutes Album, dem der allerletzte Kick jedoch fehlt. Die Songs sind ziemlich heavy, aber doch zu zurückhaltend produziert und knallen daher nicht so richtig. Das Songwiriting ist schön anspruchsvoll, doch nicht komplex genug um als progressiv zu gelten. Ein paar geile Melodien sind sicherlich enthalten, für einen echten Meilenstein sind es leider zu wenige. Und irgendwie sind Millenium so richtig geil Old School, doch oftmals zu modern für einen echten Retro Trip. Was ich sagen möchte: guter Job, den die Amerikaner hier geleistet haben. An vielen Stellen hätte man nur einfach einen Schritt weiter gehen müssen, um so richtig geil zu sein. Das „Boah ey“ Feeling mag nicht so recht aufkommen.
Der Opener „My saving grace“ ist ein ziemlicher Hammer. Ein bedacht eingesetzter Frauengesang sorgt hier für das gewisse Etwas. „Heaven awaits“ haut da noch in die gleiche Kerbe. Doch bereits „My war“ plätschert recht belanglos dahin. „Heresy“ ist dann ein Old School Track ohne Biss. Das mystische „Morning Star“ ist dafür sehr geil. Trägt etwas Dio mit sich. „Above this world“ leidet ein wenig unter dem schwachen Gesang, der besonders in den hohen Passagen reichlich dünn ist. Bridge und Refrain haben jedoch enorm Drive und krallen sich im Ohr fest. Dieser Song ist ein eindeutiger Pluspunkt. „Enemy of the sun“ und „Wheel of fortune“ sind mir zu platt. Das schwungvolle “Let there be light” hingegen wirkt mit seiner interessanten Struktur und einem herausragenden Solo sehr souverän. Zum Schluss scheitern Millenium bei dem Versuch, einmal epische Klänge aufzufahren, an uninteressanten Melodieführungen. Das können Genre Größen weitaus besser.
Am Ende dieser Kritik gewinne ich den Eindruck, dass ich doch etwas zu viel gemeckert habe. Man möge es mir verzeihen. Insgesamt ist „Jericho“ ein starkes Album. Lediglich für Höchstnoten ist es zu durchwachsen. Dennoch: Well done! 7.5 Punkte von Christian (am 04.07.2004)
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musikalischer Background des Verfassers Maiden, Epic Viking Metal, Doom Metal, True Metal, Heavy Metal, Power Metal, Old School US Metal, 80ies Thrash
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