Aus Finnland kommen ja seit jeher oft ziemlich seltsame Bands, aber die “Gebrandmarkten Frauen“ sind irgendwie seltamer, andererseits auch wieder nicht ...
Als fast reine Mädel-Band – nur der Drummer ist Dreibeiner (... der braucht ein wenig, kann aber auf Verlangen vom Autor erklärt werden ... ;))) – fallen BRANDED WOMEN alleine schon deshalb aus dem Rahmen.
Die Musik auf „Velvet Hours ...“ hat mit Metal rein überhaupt nichts zu tun, hat mich aber trotzdem irgendwie in ihren Bann gezogen, da sie intelligent, sehr gut gemacht, modern und überaus abwechslungsreich ist und die Sirenenstimme von Katja auch meinen hehren Ansprüchen zu genügen weiß.
Das Ganze ist Pop-Musik des 21. Jahrhunderts mit vielen kleinen Sprengseln und Ausflügen in allerlei Gefilde, als da wären: Abwechslungsreiche Rhythmen aus diversen Genres, strenge und melodieführende, aber keinesfalls störende Country-Gitarre beispielsweise auf ‚More’, über 30 Jahre alte längst vergessen geglaubte SANTANA-Moog-Synthesizer-Passagen auf ‚Worth Living’, herrlich verhallte Gitarren auf ‚Sunbather’, hypnotische Trance-Didgeridoo-Moog-Klänge auf ‚Runner’ und ‚Feel’ und stets die unaufdringliche verführerische Stimme von Katja, welche es mir – das gebe ich zu – ziemlich angetan hat ... ;-))).
Manchmal erinnert mich die Musik ein wenig an PAVLOV’S DOG (kennt die noch jemand ?) oder auch THE BEAUTIFUL SOUTH, der Lieblingsgruppe meiner Freundin ... ;-)))
In der Presseinformation heißt es wörtlich: „A weird, yet compelling mixture of garage, exotica and electronica“. Das kann man als groben Anhaltspunkt mal so stehen lassen, obwohl es eigentlich genauso wenig aussagt wie der Senf, den ich hier gerade absondere.
Wenn ich ein PRO 7-Taff-guckender Vollidiot wäre, dann würde ich jetzt grinsend verkünden, daß sich diese Musik gut zum Chill-Out am Abend eignet, aber da es dieses Wort nicht gibt, muß ich mir was anderes ausdenken. Also: Diese CD ist irgendwie phänomenal; auf eine Art und Weise, für die mir im Moment noch die Worte fehlen. Tatsache ist, daß mich keine Pop-Scheibe seit den genialen Veröffentlichungen von ENYA in den 90 er Jahren so gefesselt hat wie die vorliegende.
Achtung: Das Teil erscheint erst Ende August, hatte aber das Pech mir bereits gestern in die Fänge zu geraten ... !!!
Ich kann jedem, der einfach nur auf GUTE Musik steht, nur dringend anraten dieses exzellente Pop-Album auf sich wirken zu lassen. 9 sehr erstaunte Punkte.
Tracklist:
1. Still In Me
2. Something To Hold On
3. More
4. You Know Me
5. Worth Living
6. Sunbather
7. Explanations
8. Perfect
9. Runner
10. Feel
Line-Up:
Katja – Vocals
Salia – Organ
Joanna – Guitar
Julie – Bass
Timo – Drums
9.0 Punkte von WARMASTER (am 27.07.2004)
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musikalischer Background des Verfassers Death und Black Metal, 70er-Jahre Rock, Beat
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