Cock and Ball Torture sind zurück. Die gute alte Schwanz und Eierfolter geht damit schon in die fünfte Runde. Ich erinnere mich noch an die verstörten Gesichtsausdrücke der Anwesenden, die sich anlässlich einer Geburtstagsfete bei einem Kumpel eingefunden hatten. Ich konnte in volltrunkenem Zustand den ebenfalls nicht mehr nüchternen Gastgeber davon überzeugen, das Erstlingswerk „Cocktales“ in den CD Player der beachtlichen Anlage zu legen, die vorher nur den seinerzeit grassierenden deutschen „Dancefloor“ lautstark von sich gab. Auch wenn das Vergnügen nur von kurzer Dauer war, so hat es sich doch in meinem Spatzenhirn eingebrannt. Der Rest des Abends wurde hingegen alkoholbedingt aus dem Speicher gelöscht.
Wie dem auch sei, mit „Cocktales“ wurde der Porngrind, welcher zuvor nur von GUT so heldenhaft propagiert wurde, zu neuen Ehren geführt. Total krank und durchgeknallt ist der Sound auf dieser Scheibe. Es folgten neben etlichen Splits mit anderen namhaften Bands noch die Scheiben „Opus(sy) VI“, „Where dead girls learn to…“ und „Sadochismo“. Durch dieses Repertoire und auch durch ihre Liveshows haben sich C.B.T. zum Kultstatus emporgehoben. Wer sie schon mal gesehen hat, wird wissen was ich meine. Die machen keine Gefangenen!
Auf Egoleech sind C.B.T. wie es scheint ein ganzes Stück reifer geworden. Es wird hier deutlich weniger Porn aber dafür mehr Grind geboten als früher. Damit will ich zum Ausdruck bringen, dass der Spaßfaktor, welcher sich früher in hübschen Coverartworks und derben Intros manifestierte, anscheinend verschwunden ist. Stattdessen setzen C.B.T. verstärkt auf ihre musikalischen Qualitäten. Die Songs sind deutlich besser strukturiert und der Sound ist sehr gut ausgefallen. Nach wie vor klingt der Gesang wie Godzilla beim Kotzen, aber so soll es sein. Die Vocals beschränken sich jedoch nicht mehr ausnahmslos auf dieses geile Gegurgel. Es sind sowohl Screams als auch Death-Metal-typische Growls zu vernehmen, was dem ganzen eine ungeahnte Lockerheit verleiht. Ich glaube man kann deutlich feststellen, dass C.B.T. sich an einem Punkt sehen, an dem sie sich durch ihre musikalischen Fähigkeiten beweisen wollen, ohne durch Schockeffekte auf sich aufmerksam machen zu müssen. Musikalisch ist es ihnen auch zweifellos gelungen. Erbarmungslos walzt Egoleech meist im Midtempo mit tiefstgestimmten Gitarren und den erwähnten Gurgel-Vocals über den Hörer hinweg.
Mir persönlich ist das allerdings nicht genug. Wenn ich C.B.T. höre, dann erwarte ich die eingangs erwähnten Intros und den platten Porn-Fun-Charakter. Nennt mich ruhig engstirnig, aber so ist es nun mal. Mir ist Egoleech einfach zu „langweilig“, weil eindimensional. Dieses Gefühl wird noch dadurch verstärkt, dass alle Songs im gleichen schleppenden Tempo gespielt werden. Da lässt die Spannung schnell nach.
Fazit: Dieses Album stellt eine Weiterentwicklung im Leben dieser Band dar. Man wird seriöser. Soundtechnisch und musikalisch ein gutes Grindcore-Scheibchen. Es kann sich durchaus in die Reihe anderer „großer“ Grindkapellen einreihen, aber mehr eben auch nicht. Es hebt sich durch nichts hervor. Wer auf soliden und brutalen Grind steht, der es wohlgemerkt nicht drauf anlegt irgendwelche Geschwindigkeitsrekorde zu brechen, der muss hier mal ein Ohr riskieren. Ich bleibe lieber beim alten Zeug.
5.0 Punkte von Karsten (am 31.07.2004)
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musikalischer Background des Verfassers Death, Grind und alles was auf -core endet ! :-) Aber auch vieles andere ist willkommen...
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