Nachdem ich bereits das Vergnügen hatte die beiden vorherigen Scheiben der Dresdner Band 7ieben besprechen zu dürfen, hat es das Schicksal gut mit mir gemeint und auch das neue Material ist auf meinem Schreibtisch gelandet.
Waren die beiden vorherigen Alben als „normale“ CDs erhältlich, so ist die Band mit ihrem neuen Werk andere Wege gegangen. Das Album gibt es nur als Download im Internet. Einerseits ist es Protest gegen Plattenfirmen, die nichts als das Dollarzeichen im Auge haben und auf der anderen Seite ist es schlicht und einfach ein finanzieller Aspekt, der der Band dadurch jegliche Möglichkeiten offen lässt. Der einzige Nachteil an so einem „Produkt“ ist, dass es somit nicht für jeden erreichbar ist, verfügt doch noch lange nicht jeder über einen Internet-Anschluß und das andere Manko ist der recht langsame Aufbau der Seite, der dann sicherlich den ein oder anderen dazu verleiten mag vorzeitig abzubrechen. Aber Freunde, ich rate Euch, seid geduldig, es lohnt sich wieder einmal.
Die Band ist reifer geworden, härter und emotionaler kommt das neue Material rüber. Der Vergleich zwischen neuem und altem Material ist für jeden unschwer nachvollziehbar, befinden sich jeweils 6 neue und 6 Live-Nummern auf dem Album. Somit erhält man einen ziemlich aussagekräftigen Überblick über das Schaffen der Band und stellt gleichzeitig die Live-Präsenz in den Vordergrund.
Das Album startet mit dem Rocker „Definition von Rock“, gefolgt von dem schnelleren „Unter Löwen“, welches teilweise Einflüsse von Iron Maiden, Black Sabbath und Subway To Sally erkennen lässt. Der für mich beste Song steht im Anschluss an und hört auf den bedeutungsschwangeren Titel „Sag nichts“. Der Song fängt ruhig und besinnlich an, besticht durch die Zusammenarbeit von Cello und Gitarre, um dann im Soloteil förmlich zu explodieren. Bestechend, was die Jungs hier für eine Atmosphäre verbreiten und auch textlich voll überzeugen können. Ungewöhnlich, mit reichlich modernen Elementen, kommt der nächste Song „Nur für mich“ daher und Sänger Christoph „Meessl“ Meisselbach stellt hier wieder einmal eindrucksvoll seine stimmlichen Möglichkeiten unter Beweis. Bevor es mit „Don Juan“ wieder ein wenig ungewohnter und teilweise vom Songaufbau an alte Lindenberg-Nummern erinnernd, wieder dreckiger wird, folgt erst noch das nachdenkliche „Gedanken an...II“, welches mit seinem Groove erfrischend klingt und zum mitwippen verführt.
Leider ist das Cello bei den neuen Songs nicht mehr so stark vertreten, gerade das hat für mich den Reiz der Band ausgemacht, aber nichts desto trotz kann auch das neue Material voll überzeugen.
Nach dem Genuss, speziell der neuen Songs, stellt sich mir wieder einmal die Frage, warum teilweise Grütze der schlimmsten Sorte veröffentlicht wird (und, viel schlimmer, auch noch gekauft wird) und anspruchsvolle Musik mit ergreifenden und verständlichen Texten, einfach kein Gehör bei den Plattenfirmen findet. Es wird Zeit, dass sich an diesen Verhältnissen etwas ändert. Also Leute, tut euch was gutes an und ladet euch das Album runter, kopiert es und verschenkt es an eure Freunde, denn bei dieser Band habt ihr die ausdrückliche Genehmigung dazu.
Fazit: Eine starke Band, die es verdient hätte groß rauszukommen.
Tracklist:
Lineup:
1. Definition von Rock
2. Unter Löwen
3. Sag nichts
4. Nur für mich
5. Gedanken an...II
6. Don Juan
7. Rock | Show
8. Ich will nicht mehr (Live)
9. Wonderland (Live)
10. Gedanken an...I(Live)
11. Gut zu wissen (Live)
12. Mädchen (Live)
13. Ride (Live)
8.0 Punkte von Christoph (am 12.08.2006)
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musikalischer Background des Verfassers Melodicrock allgemein, AOR, True Metal, Prog-Metal
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