Eine Mixtur aus historischen Klängen, orientalisch anmutender Percussion, anspruchsvollen Pop-Elementen und fein darauf abgestimmten elektronischen Versatzstücken, das sind QNTAL. Der Bandname ist ein Fantasiewort, das der Sängerin Syrah 1991 nach eigener Aussage im Traum erschienen ist. Die Musiker spielen mit Stimmungen, experimentieren mit Empfindungen. Donnernde Drums, wummernde Bässe und kreischende Gitarren sucht man hier jedoch vergebens. Stattdessen findet man auf "Silver Swan" leise, aber trotzdem kräftige Töne. Anders als bei früheren Werken wurde der Elektronik-Anteil weit heruntergekocht. Trotz aller Vielfalt der Kompositionen bilden Musik und Gesang eine in sich geschlossene Einheit. Der Sound spiegelt Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft wider, was dem interessierten Hörer die Möglichkeit bietet, in die fantasievolle Welt von QNTAL einzutauchen.
Mit "Monsieur's Departure" zeigt sich das Trio zu Beginn von seiner balladesken Seite, auf dem Album gibt es aber auch verspielte, fröhliche Nummern wie "Levis" oder "The Whyle" zu entdecken. Die Einflüsse mittelalterlicher Musik bei Syrah und Michael Popp (beide sind seit zwanzig Jahren bei der MA-Band ESTAMPIE aktiv) werden bei "Lingua Mendax" und "292" deutlich, die beide mit dem charakteristischen Schlagwerk und Gebläse aufwarten können. Ihre Texte sind genauso verschieden wie die Emotionen innerhalb der einzelnen Songs. Die erste Single-Auskopplung "Von den Elben" läßt den Zuhörer sich immer mehr von der Realität entfernen und in ferne Welten träumen. Bei symphonischen, harmonisch fließenden Klängen durchwandert man die saftig grünen Wälder Lothloriens und trifft vielleicht sogar Galadriel, die Herrin des Waldes. Wesentlich melancholischer von der Atmosphäre wirken "Altas Undaz" und das Vergänglichkeit symbolisierende "Winter" auf mich. Im Gegensatz zu "Von den Elben" finden sich auch genauso Lieder, die nur mit minimalem Instrumentarium auskommen, aber dafür zu mehr als 90 % von Syrah's Gesang dominiert werden. Bestes Beispiel hierfür ist "Falling Star", dessen Refrain mir jedesmal einen wohligen Schauer über den Rücken jagt, absolute Gänsehaut-Garantie. Der Titelsong gleitet ebenso erhaben wie ein Schwan auf dem Wasser dem Ende der CD entgegen.
Die musikalische Tiefe von "Silver Swan" erschließt sich dem Hörer nicht im Vorübergehen. Es ist vielmehr so wie in ganz besonderen Lebenslagen: man muß die Sinne für etwas Neues öffnen und bereit sein, sich einfach fallen zu lassen. Die Wirkung hält dann, wenn man Glück hat, umso länger an. Ich bin jetzt schon gespannt, wie QNTAL diese vielschichtigen Kompositionen auf der Bühne umsetzen. Ein ausführliches Interview mit den Dreien folgt im Oktober auf der Tournee.
Tracklist:
Lineup:
01. Monsieur's Departure
02. Levis
03. Falling Star
04. Von den Elben
05. Lingua Mendax
06. Altas Undaz
07. Winter
08. 292
09. Amis Raynaut
10. The Whyle
11. Silver Swan
musikalischer Background des Verfassers Thrash-, Speed-, Death- und Black-Metal, Mittelalter-Mugge
X Aktuelle Top6
1. Ensiferum "Victory Songs"
2. Gernotshagen "Märe aus wäldernen Hallen"
3. Troopers "Bestialisch"
4. Turisas "The Varangian Way"
5. Witchburner "Blood Of Witches"
6. Excrementory Grindfuckers "Bitte nicht vor den Gästen"
X Alltime-Klassix Top6
1. Slayer "Reign In Blood"
2. Metallica "Master Of Puppets"
3. Slayer "Hell Awaits"
4. Anthrax "Among The Living"
5. Overkill "Taking Over"
6. Metallica "Ride The Lightning"
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