In der heutigen Metal Szene gehört es eigentlich schon zum guten Ton, Hammerfall scheiße zu finden und ihre Fans zu belächeln. Mir als einem der solchen macht das überhaupt nichts aus. Im Gegenteil. Lacht doch, ihr Penner. Wenn man seit weit über zwanzig Jahren Heavy Metal hört, ist man es gewohnt, von Unwissenden für seinen Musikgeschmack belächelt zu werden. Wir scheißen drauf und tragen unsere Kutte vielleicht sogar noch etwas stolzer als vorher. Auf jeden Fall mit erhobenem Kopf, denn schließlich haben wir uns gerade erleichtert.
Hammerfall gehen auf ihrem neuen Album „Threshold“ neue Wege. Die Zeit der Experimente, wie man sie auf dem Vorgänger und insbesondere auf „Crimson Thunder“ fand, ist endgültig vorbei. Die Schweden feuern eine True Metal Salve nach der anderen auf die wehrlose Fangemeinde, und jede einzelne trifft so sicher das Ziel wie der Hammer den Amboss. Schon der eröffnende Titelsong haut dem True Metal Fan die Falten aus dem Sack: ein typischer Hammerfall Uptempo Opener, der sich auch ideal als Konzertstarter eignen würde. Auffällig ist der Refrain. Klingt sehr nach Happy Metal – selbst für Hammerfall Verhältnisse. Geht dafür aber beim ersten Durchlauf ins Ohr und lässt sich auch noch nach dem zehnten Bier und siebzehnten Metal Evergreen mitgröhlen. Die Stadionsporthymne „The fire burns forever“ ist sicher nicht jedermanns Sache, sorgt meiner Meinung nach aber für mächtig Stimmung und wird in Zukunft Samstags die heimische Bundesliga Session einläuten. „Rebel inside“ entschädigt alle Nichtsportler. Der mächtige Stampfer glänzt mit einer unglaublichen Atmosphäre. Es folgt mit „Natural high“ die erste Single Auskopplung. Der Track ist eine typische Single: simpel, für jeden sofort begreifbar und mit einem unkuriosen Chorus – damit fast der schwächste Beitrag auf der Platte. Das megaepische „Dark wings, dark words“ plättet selbigen sofort nieder: ein Meisterwerk, das mit „Glory to the brave“ locker mithalten kann. „Howling with the ’pac“ ist ein Old School Rocker in Twisted Sister Manier. Nicht ganz so mein Ding, doch sicher werden sich auch hierfür zahlreiche Anhänger finden. Ist eben alles Geschmackssache. „Shadow empire“ bläst dagegen alles nieder. Absolut fett und genial. Mit „Carved in stone“ kommen die Freunde typischer Hammerfall Belanglosstampfer zu ihrem Teil. Mir immer etwas zu banal sind. Auch das Instrumental „Reign of the hammer“ fällt bei den meisten Durchläufen der Skip Taste zum Opfer. Das zwingende „Gemocide“ und erst Recht das gewaltige „Titan“ bringen diesen Paukenschlag von einem Album aber würdig zu einem Abschluss.
„Threshold“ wurde erneut von Charlie Bauerfeind produziert. Man muss wohl nicht erwähnen, dass der Sound des Albums damit erstklassig ist. Dazu besinnen sich Hammerfall im Songwriting auf ihre Stärken. „Threshold“ weist locker fünf Metal Hymnen für die Ewigkeit auf. Drei weitere Tracks sind wenigstens erstklassig. Was will man von einem Album mehr? Individuelles Können? Auch das wird geboten. Joacim Cans steigert sich immer mehr und sollte so langsam auch seine letzten Zweifler verstummen lassen. Doch es ist insbesondere Oscar Dronjak, der mich auf „Threshold“ mit markanten Riffs begeistert und zudem Soli von einer Qualität spielt, wie ich sie dieses Jahr selten gehört habe. True Metal at it’s best. Let the hammer fall!!!
Tracklist:
Lineup:
1. Threshold
2. The Fire Burns Forever
3. Rebel Inside
4. Natural High
5. Dark Wings, Dark Words
6. Howlin’ With The Pac
7. Shadow Empire
8. Carved In Stone
9. Reign Of The Hammer
10. Genocide
11. Titan
musikalischer Background des Verfassers Maiden, Epic Viking Metal, Doom Metal, True Metal, Heavy Metal, Power Metal, Old School US Metal, 80ies Thrash
X Aktuelle Top6
1. Darkest Era "The Last Caress Of Light"
2. Doomsword "The Eternal Battle"
3. Volbeat "Beyond Hell / Above Heaven"
4. While Heaven Wept "Fear Of Infinity"
5. Alestorm "Back Through Time"
6. Mael Mordha "Manannán"
X Alltime-Klassix Top6
1. Manowar "Into glory ride"
2. Doomsword "Let battle commence"
3. Slayer "Reign in blood"
4. Iron Maiden "7th Son Of A 7th Son"
5. Black Sabbath "Mob Rules"
6. Volbeat "Guitar Gangsters & Cadillac Blood"
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