Musikalische Zeitreisen sind ja heutzutage an der Tagesordnung. Der Reiseveranstalter Violent Storm führt uns in eine Epoche, die zumindest ich eher selten zu sehen bekomme. Und bietet zudem eine recht luxuriöse Herberge an. Violent Storm stehen auf heftigen Melodic Metal, der mit dem Hard Rock kokettiert. Sie besinnen sich also auf eine Zeit, in der ein böser Yngwie Malmsteen und Bands wie die Pretty Maids ihre besten Zeiten hatten. Dabei lassen sie in ihre sehr anspruchsvolle Musik, wie sich das für echte Rock Recken gehört, auch mal stilverwandte Elemente aus Blues, Jazz und Funk einfließen. Das machen sie aber derart geschickt, dass es kaum auffällt. An Härte verlieren die zehn Kompositionen dadurch keinesfalls. Dafür gewinnen sie an Ideenreichtum und Spannungsmomenten. Zudem gelingt es der Band, viele verschiedene Stimmungen zu erzeugen, so dass „Storm warning“ zu keiner Zeit langweilig wird. Letztendlich liegt das auch daran, dass wirklich jeder der Musiker sein Handwerk exzellent beherrscht. Riffs, Rhythmusgruppe und Soli können sich absolut hören lassen. Dazu kommt ein ausdrucksstarker Sänger mit Reibeisenstimme und ein wirklich fantastisch spielender Bassist. Praktisch in jeder Note hört man dje bedingungslose Hingabe der Akteure zur Musik heraus. Alles wird mit einer Leidenschaft in Szene gesetzt, wie sie heutzutage wirklich selten zu finden ist. Spätestens beim begeisternden zweiten Durchlauf wird der Kritiker (dem zu dieser CD leider kein Infoblatt vorliegt) fuchsig und schaut sich mal das Booklet an. Aha! Keine Unbekannten sind hier am Werk. Violent Storm ist das neuste Projekt des ehemaligen Malmsteen / Blackmore’s Night Bassers Mick Cervino, der hier sowohl im Bassspiel als auch im Songwriting etliche Register seines famosen Könnens zieht. Und nicht nur das: Neben seinen angetrauten Mitstreitern Drummer Lou Sorrentino (ex-Ritchie Blackmore und ZEBRA) und Freelancer Matt Reardon am Gesang hat Mick illustre Gäste verpflichten können. K. K. Downing übernahm ein paar Soli und die Produktion, Mick’s alter Brötchengeber Yngwie steuerte ein paar Töne bei und auch Roy Z. griff neben den Mix Tasten auch zum Instrument. Das Mastering schließlich unterlag den renommierten Händen von Andy Horn in Good Old Germany. So kann eigentlich nichts schief gehen, zumal die Songs wie bereits erwähnt mächtig Klasse haben. Egal ob schelle Metal Nummern wie der Opener oder „Empty hope“, atmosphärische Stampfer („Deceiver“, „Screaming in your face“) oder Metal Songs mit überraschend modernem Touch („You don’t care“, „Owning you“) – hier funktioniert alles prächtig. Highlights sind für mich als Melodiefan jedoch das etwas wehmütige „Alimentary fable“ und das grandiose „Storm“. Antesten empfohlen, zumal kein steriler Projekt Charakter spürbar ist. Hier wird gerockt!
Tracklist:
Lineup:
1. War No More
2. Fire In The Unknown
3. Deciever
4. Pain
5. Alimentary Fable
6. Screaming In Your Face
7. You Don't Care
8. Owning You
9. Empty Hope
10. Storm
7.5 Punkte von Christian (am 19.11.2006)
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musikalischer Background des Verfassers Maiden, Epic Viking Metal, Doom Metal, True Metal, Heavy Metal, Power Metal, Old School US Metal, 80ies Thrash
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