Zwei Jahre hat es gedauert, nun erscheint das dritte und letzte Kapitel der Genius Rock Oper. Ich für meinen Teil konnte mich bisher nicht wirklich für die wirre Story um Genius und Twinspirits 32 begeistern und will daher in diesem Review auch gar nicht weiter auf diese Geschichte eingehen. Insbesondere stört mich das dauernde Dazwischenquatschen des Erzählers, das mich eher aus dem Geschehen herausreißt als hineinbringt. Echte Konzeptalben haben so einen Firlefanz nicht nötig. Und so wirkt die atmosphärische Dichte von „The final surprise“ im Vergleich zu Meisterwerken wie „Operation: Mindcrime“ oder „Them“ wie die eines billigen Computerspiels vom Grabbeltisch zu einem mehrstündigen Leinwandepos.. Musikalisch nehmen uns Daniele Liverani und Dario Ciccioni erneut mit auf eine abwechslungsreiche Reise durch verschiedene rockige, progressive Musikstile und bieten hier und da auch einen Ausflug in den Heavy Metal Sektor an („No more chances“). Und natürlich sind es die verschiedenen Sangeskünstler, die den eigentlichen Reiz dieses Albums ausmachen. Allen voran ein grandioser DC Cooper, der dieses Mal die Hauptfigur singt. Aber auch Daniel Gildenlow als Twinspirits 32 liefert einen erstklassigen Job ab. Weitere herausragende Performances sind Jorn Lande als Apikor und Andrea Dätwyler als Kokeshi. Schlussendlich krankt „The final surprise“ jedoch daran, dass die Komponisten im Bemühen um die Geschichte vergessen, echte Songs zu schreiben. Damit hat man ja als Prog Musiker sowieso schon oft genug Probleme. Feeling und Atmosphäre bleiben hier weitestgehend auf der Strecke. Freilich steht dafür das musikalische Können der Akteure außer Frage. Technisch wird hier Großes geboten. Am ehesten kann man „The final surprise“ wohl denen empfehlen, die sich schon so lange nach etwas wie den Ayreon Alben sehnen, dass sie auch mit etwas zufrieden sind, das diese Klasse nicht annährend erreicht. Und natürlich werden alle bisherigen Fans zugreifen, die wissen wollen, wie das Ganze ausgeht.
Wer Lust hat, kann sich hier auf eine Reise in die Dimension begeben, in der Träume gemacht werden. Ein solcher Traum ist das dritte Album der Genius Trilogie nicht. Im Gegenteil: Ich hatte keinen Spaß daran. Fans der beschriebenen Stile werden diesen vielleicht trotzdem finden. Notfalls im Traum.
Tracklist:
Lineup:
1. Toy warehouse
2. No more chances
3. Save me from my destiny
4. Alive and safe
5. Jump off this train
6. Let me live
7. Inside these memories
8. I die
9. Back to live again
10. Dream in liberty
11 The final surprise
4.5 Punkte von Christian (am 06.02.2007)
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musikalischer Background des Verfassers Maiden, Epic Viking Metal, Doom Metal, True Metal, Heavy Metal, Power Metal, Old School US Metal, 80ies Thrash
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