Obscurity machen wenig falsch und einiges richtig. Aggressiver, deutlich schwarz eingefärbter Pagan Metal wird auf „Schlachten und Legenden“, dem dritten Album der heimischen Kapelle, geboten, und das in versierter Form: Hymnisch-klirrende Riffs, ordentlich ballernde Drums und geschickt eingeflochtene nordische Melodien zeichnen das Bild einer leidenschaftlichen, überzeugenden Band, die nicht erst vor zwei Monaten alte Heldendichtung und Runen für sich entdeckt hat. Deutlich aggressiver als ein Großteil der derzeit musizierenden Pagan-Kollegen, verzetteln sich Obscurity (dem Allvater sei Dank!) nicht in pathetischen Heavy Metal-Ergüssen, die nur durch einige Akustikgitarren oder entsprechende Texte schon als „Viking“ Metal gelten sollen. Nein, der deutsche Fünfer mit der Vorliebe für das Bergische Land weiß um die Traditionen der Szene und richtet demnach ein deutlich von blackmetallischen Substanzen durchsetztes Heldengebräu an, das mal nach Bergthron, mal nach Amon Amarth und mal nach der alten norwegischen Schule klingt. Vielleicht ist das rohe, heisere Gekeife des Sängers etwas zu omnipräsent, sprich, weitere Instrumentalpassagen wären wünschenswert gewesen, dennoch erwecken Obscurity auf „Schlachten und Legenden“ ein absolut packendes Bild heidnischer Künste, die hier und da durch dezente Orgelpassagen oder unverzerrte Gitarren um einen mystischen Faktor erweitert werden. Klar dürfte jedem beim Lesen dieser Zeilen sein, dass Obscurity auf Album Numero drei weder sich selbst noch das Rad neu erfinden. Auch der Sound könnte ein klein wenig differenzierter klingen, wobei er durchaus in Ordnung geht und das bei Necrophobic abgekupferte Bandlogo lassen wir auch mal unkommentiert. Dreister ist allerdings das beinahe 1:1-Kopieren des berühmten „The Somberlain“-Riffs der verschiedenen Dissection im ansonsten hochklassigen, rasenden Song „Legenden“. So etwas gehört sich aber nicht, Jungs! Doch wir wollen mal nicht so sein und bescheinigen Obscurity, mit „Schlachten und Legenden“ ein wirklich gutes, grimmiges und überzeugendes Pagan Metal-Album voller klirrender Gitarren und nordischer Schönheit abgeliefert zu haben, dem sogar der eine oder andere eingängige Refrain innewohnt.
Tracklist:
Lineup:
1. Ydalir
2. Bergische Löwen
3. Götterdämmerung
4. Die letzte Schlacht
5. Legenden
6. Der Weg des Kriegers
7. Ruhm und Ehr'
8. Schatten
9. Skuld
10. Runen von einst
7.5 Punkte von Björn Springorum (am 11.04.2007)
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musikalischer Background des Verfassers Ganz klar aus dem frostig-kalten Black Metal kommend, jedoch ist eine starke Tendenz zu elektronischen Klängen harscher Natur und folkigen Klängen überaus sanfter Natur zu erkennen...fügt man nun noch eine Prise Yann Tiersen dazu...voila!
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