Mein Gott !!! - So eine abgedrehte, emotionale, gleichzeitig zum Lachen und Weinen anregende, allerlei Klänge aus den 70ern hervorrufende (und somit nostalgische) Scheibe habe ich schon lange nicht mehr gehört - strenggenommen nicht mehr seit YAKUZAs Wahnsinnswerk "Way Of The Dead" anno 2003.
Die sich selbst als "Rock-against-Rock-Pioneers" bezeichnenden Amis aus Oakland mit dem einem Lewis-Carroll-Traum entsprungen zu sein scheinenden Bandnamen haben mit "In Glorious Times" ein überaus beeindruckendes Stück Rockgeschichte geschaffen, welches stets zwischen psychedelischem Rock, welcher mal modern und mal direkt aus den 70ern zu sein scheint, postmodernem Soundgewabere und doomigen Passagen hin- undherschwebt, und dabei stets eine heftige und ... ja einfach eine sehr intensive Grundstimmung verbreitet und mal so eben locker en passant souverän filigrane Melodien zelebriert, ohne sich dabei in einem der gestreiften Musikstile zu verlieren.
Epische Soundtrackcollagen (Stück 4: 'Puppet Show' - das Stück erinnert sehr an GENESIS zu Zeiten des Kultalbums "Trick Of The Tail" !) dürfen hier ebensowenig fehlen wie ruhigere jazzig angehauchte Stücke mit dem Bass als vollwertiges Instrument ('Formicary' - die unsterblichen KING CRIMSON sind wiederauferstanden !!).
Alles wirkt spielerisch, traunmwandlerisch sicher - aus einem Guß, ganz so, als hätte es nie etwas anderes gegeben.
Dieses Album hat mich jetzt schon ganz und gar gefangen - ganz so wie weiland Mitte der 70er ein neu rausgekommenes GENESIS-Album und ich werde als nächstes die Probe mit den neben den Ohren am Boden aufgestellten Infinity-Boxen machen.
Das ist dann wie bei einem guten Single Malt Whisky oder einem tanningeschwängerten Rotwein: Man kann immer noch ein paar zusätzliche Aromen rauskitzeln, wenn man sich nur richtig konzentriert !!!
Hier sind es zwar keine Aromen, aber ein ums andere Mal phantastische neue Soundkaskaden, die man beim vorherigen Anhören noch nicht bemerkt hat, hypnotisch-psychedelische Mælströme, emotionale Wutausbrüche und musikalische Schreikämpfe in einer neuen niegehörten Dimension und so weiter und so fort ...
"In Glorious Times" ist eine perlenschimmernde Reise in ein eigenständiges phantastisches Universum mit einem Füllhorn neuer Farben, Gerüche (also doch Aromen !) und Klänge !!
SLEEPYTIME GORILLA MUSEUM stoßen mit diesem Album auf gut 67 Minuten vollkommen neue Türen auf, wo sich noch gar nicht annähernd abschätzen läßt, was sich noch so alles an niegesehenen Wundern dahinter verbergen mag ...
Das Ganze hat mit Metal zwar so gut wie nichts zu tun, ist aber ob seiner äußerst emotionalen und intensiven Gesamtattitüde über weite Strecken ungleich heftiger als so manches glattgeschliffene Mainstream-Metalalbum.
In der Presseinformation ist zudem davon die Rede, daß die Band für ihre "expressiven und hochunterhaltsamen theatralischen Live-Shows" bekannt ist - das muß man sich unbedingt mal reinziehen !
Ich muß meine überbordende Begeisterung für dieses Juwel jetzt mal ein klein wenig zügeln, meine aber dennoch, daß auch objektiv betrachtet weniger als 9 Punkte ein Hohn wären für dieses sprachlos machende Meisterwerk zeitloser Rockmusik, das die Geister aber mal wieder scheiden wird - entweder man findet das Album sehr gut oder beschissen; einen Mittelweg gibt es nicht !!
Tracklist:
Lineup:
1. The Companions
2. Helpless Corpses Enactment
3. Puppet Show
4. Formicary
5. Angle Of Repose
6. Ossuary
7. The Salt Crown
8. The Only Dance
9. The Greenless Wreath
10. The Wildernng Eve
11. The Putrid Refrain
9.0 Punkte von WARMASTER (am 26.06.2007)
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musikalischer Background des Verfassers Death und Black Metal, 70er-Jahre Rock, Beat
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