ANKLA rekrutieren sich aus den Heerscharen von US-Bürgern mit Latino-Hintergrund, welche allerorts im ach so gelobten Amiland vermehrt mit Vorurteilen und Schikanen zu kämpfen haben.
Daher schreibt sich die Truppe "Latino Metalcore" auf die Fahnen und läßt ihre ganzen Aggressionen eben vermöge der Musik nach draußen.
Absolut lobenswertes Unterfangen das, besonders wenn dann noch ein derart wütendes und auf Anhieb überzeugendes Album dabei herauskommt.
Ich habe ja mit Hard- bzw. Metalcore nie allzuviel anfangen können und aus dieser Haßliebe auch nie einen Hehl gemacht, gebe aber jeder diesbezüglichen Veröffentlichung, die auf meinem Rezensionsstapel landet, eine faire Chance.
Mit dieser Prämisse fangen wir jetzt einfach mal an ...
ANKLA spielen eine sehr interessante Variante dieses so angesagten Subgenres, welche sie mit allerlei schmackhaften Zutaten versetzen, beispielsweise stets präsenten Tribal-Klängen, die - zusammen mit dem aggressiven Schreigesang - nicht nur einmal an die alten SEPULTURA zu "Roots"-Zeiten erinnern ('Rattamahatta' !!).
Aber das ist bei weitem noch nicht alles, was den für mich mittlerweile unwiderstehlichen Sound von ANKLA ausmacht - die Burschen haben noch viel mehr drauf - da gibt es langgezogene, fast träumerische Parts mit ausgedehnten Sologitarren-Ausflügen, bevor der Zuhörer vermöge eines harten Beats, Riffgewitters oder Schlagzeugeinsatzes wieder in die überaus harte Realität zurückgeholt wird.
Schöne latino-mäßig klingende Akustik-Gitarren-Intros runden dieses sehr gute Album wohltuend ab, welches sicherlich nicht sofort auf Nimmerwiedersehen in den Tiefen meiner Regale verschwinden wird.
Der Gesang - teilweise auf Spanisch - deckt ein recht breites Spektrum ab: Da wird gekreischt, gebrüllt und geschrien, so daß auch Thrash-Metaller durchaus Gefallen daran finden dürften.
Durch häufig eingesetzten cleanen Gesang und ebendiese (Waltari-)Attitüde erinnern manche Stücke frappierend an die Finnen WALTARI (beispielsweisedas geniale 'Suelta el Ankla (Boquerón)' oder das wegweisende 'Glimpse') ... wie ? ... das glaubt ihr nicht ? - Hört es euch an !!
Auch bei dieser Veröffentlichung möchte ich kein einzelnes Stück als Anspieltip besonders hervorheben, weil das gesamte Album auf gleichbleibend hohem Niveau daherkommt, dabei wie aus einem Guß wirkt und auch so genossen werden sollte.
Das Teil kommt im edlen zweifach aufklappbaren Digi-Pak daher und weist einen superben Sound auf, während man über die künstlerische Qualität des Cover-Artworks durchaus streiten könnte - ist eben mal wieder Geschmackssache ...
Fazit: So sollte moderner Metalcore des 21. Jahrhunderts in meinen Ohren klingen - erfrischend, innovativ, aggressiv und abwechslungsreich - 8 verblüffte Punkte und eine absolute Kaufempfehlung für jeden aufgeschlossenen Metaller (die XYZ-Coreler müssen sowieso blind zuschlagen) von einem, der wieder was dazugelernt hat ... wann habe ich schon mal so begeistert bei Metalcore mitgebangt, daß es einem fast die Brille runterhaut ... ?
Tracklist:
Lineup:
1. Sinking (Intro)
2. Step Ahead
3. Deceit
4. Seasons Never Change
5. Generación Mutante
6. Still Alive
7. Suelta el Ankla (Boquerón)
8. Your Grace Makes Me Sick
9. Glimpse
10. Flush
11. Scattered Existence
12. Steep Trails
8.0 Punkte von WARMASTER (am 10.07.2007)
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musikalischer Background des Verfassers Death und Black Metal, 70er-Jahre Rock, Beat
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