Sehr viel wußte ich über die vorliegende Scheibe vor dem ersten Durchhören nicht, außer daß es sich um sogenannten "Dark Doom Rock" einer Band namens THE GAULT aus dem sonnigen San Francisco im Stile von Christian Death, Neurosis oder Bauhaus handeln sollte.
Neugierig geworden, schob ich den Silberling in meinen antiken Philips-CD-Player, welcher mir vorher noch 73 1/2 Minuten Spielzeit für dieses Album angekündigt hat.
Weitere Recherchen ergaben dann, daß die Band dieses Album wohl bereits 1999 eingespielt hat und sich danach sofort weider aufgelöst hat. Irgendwie scheint das Teil bei dem französischen label Amortout bereits 2004 herausgekommen zu sein und hat erst jetzt seinen Weg zu uns gefunden. Genaueres weiß ich auch nicht ... ist die Band jetzt reformiert oder was ?
Der erste Track erhebt sich dann sogleich filigran aus nebeldurchwirkten silbrigglänzenden Flußauen in einer unbekannten und unbenannten Wildnis, schwingt sich empor ... ein dezenter Bass setzt ein, beschwörende Musik, bis schließlich der Sänger sein Klagelied erhebt, in etwa vergleichbar mit Quorthon, wenn er "clean" gesungen hat ...
Mittlerweile in einen pechschwarzen Strom undefinierbarer Beschaffenheit verwandelt, wälzt sich die Musik unaufhaltsam vorwärts ... und nach allen Seiten, dabei alles zermalmend, was sich ihr in den Weg stellt.
Und so geht es über 70 Minuten lang weiter; eigentlich hätte ein Track gereicht, denn die Stücke gehen unmerklich ineinander über und es passiert auch nichts Großartig Neues mehr.
Der Sound dieser passagenweise durchaus fesselnden, für meinen Geschmack aber deutlich zu langatmigen CD kommt mir ein klein wenig dumpf vor, aber vielleicht ist ja gerade dieser Effekt gewollt, um die dunkle Trostlosigkeit besser hervorzuheben ... Ich zitiere aus der Presseinformation: "This unique, long and desperate album shines over most of the trying to be dark releases" ...
Das kann man einfach mal so stehen lassen, aber mir ist dieses Gebräu dann doch irgendwann auf den Magen geschlagen:
"Even As All Before Us" ist ein Hybrid verschiedener Musikstile ... Doom (Metal), Rock, Wave, Dark Rock usw., aber für meine Begriffe hätte die ganze Sache ruhig ein wenig heftiger, metallischer ausfallen dürfen, denn als Doom-Metal-Anhänger wartet man immer auf das volle Brett, welches so aber nie kommt ...
Ab und zu ('Bright White Blind') wurden zarte Anklänge an MY DYING BRIDE in das dunkle Damastgewebe eingewirkt, aber zu meinem allergrößten Bedauern nicht konsequent ausgebaut.
Die beabsichtige düstere Atmosphäre ist hingegen hervorragend eingefangen worden und wem dies bereits genügt, der ist mit "Even As All Before Us" bestens bedient !
Das Album ist auch bestens geeignet als Hintergrundmusik, wenn man gute Freunde zu einem Whisky-Tasting oder so etwas in der Art eingeladen hat.
Da mir das alleine jedoch nicht ausreicht, gibt es von mir auch nur 5 Punkte - Fans langsamerer, melancholischer Klänge dürfen aber trotzdem reinhören; das Album könnte zudem einen großen Teil der Gothic- und Wave-Hörer, sowie auch den einen oder anderen Elektrolurch durchaus ansprechen.
Tracklist:
Lineup:
1. Ire (Intro)
2. Obliscence
3. Bright White Blind
4. Country Road, Six Miles In
5. Outer Dark
6. The Shores Become The Enemy
7. Hour Before Dawn
5.0 Punkte von WARMASTER (am 11.07.2007)
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musikalischer Background des Verfassers Death und Black Metal, 70er-Jahre Rock, Beat
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