Der Titel „III: So long suckers“ des neuen Reverend Bizarre Albums ist definitiv Programm. Die durchgeknallten finnischen Doom Heads gehen getrennter Wege und lassen uns somit ein letztes Mal an ihren kranken Zeitlupeneskapaden teil haben. Somit gibt ein echter Geheimtipp und absolutes Unikat der Doomszene seine letzte Vorstellung. Egal, wo man sich auf den Festivals des Sommers mit Mitdoomstern unterhielt: Bei Reverend Bizarre waren sich alle einig. Geile Band! Geile Musik. Wenigstens hat der Abgesang Stil. Und das ist eigentlich noch untertrieben. Revernd Bizarre setzen sich mit „III: So long suckers“ ihr eigens Denkmal. Bereits die erste Hälfte dieser mächtigen Doppel-CD kommt in über sechsundsechzig Minuten Spielzeit mit drei Songs aus. CD2 bringt es in fast fünfundsechzig Minuten immerhin auf vier offizielle Tracks, wobei das abgefahrene Instrumental „Kundalini arisen“ nicht wirklich viel Platz einnimmt. Reverend Bizarre lassen in ihren mamutartigen Doomboliden ihre Bandgeschichte Revue passieren und krachen alles, was diese einzigartige Formation seit ihrer Gründung im Jahre 1995 ausgemacht hat. Albert Witchfinder, Peter Vicar und der Earl of Void definieren den Doom Metal, wie es keine andere Band tut. Der wabbernde Bass, die charismatischen Vocals, der spartanische und dennoch allumfassende Gitarreneinsatz, das ultrapräzise und für diese Geschwindigkeit beeindruckend abwechslungsreiche und dynamische Drumming – all das hat Reverend Bizarre zu einer einzigartigen Band gemacht, deren Ausstrahlung dem Doom Metal in den letzten zehn Jahren das Besondere zurückgegeben hat. Wo andere Doom Bands vor dem Power Metal kapitulierten, gehen die Finnen zurück in das Herz des Doom. Zunächst dachte ich, dass nicht viele Fans in der Lage sind, ihnen dorthin zu folgen. Der unglaubliche Zuspruch, den geniale Scheiben wie „Harbinger of Metal“ in der Gemeinschaft erhielten, belehrte mich eines Besseren. So reisen wir ein letztes Mal mit ihnen. Und genießen den Ritt!
Klar ist, dass Songs mit weit über zwanzig Minuten Spiellänge nicht so einfach zu charakterisieren sind. So möchte ich nur die Grundstimmung der einzelnen Stücke wiedergeben. Der Opener „They used dark forces / Teutonic witch“ rock stellenweise mächtig und führt sehr abwechslungsreich in die folgenden zwei Stunden ein. Konnte man in diesem Brocken noch ein paar Momente Entspannung finden, zieht einen „Sorrow“ unweigerlich in die tiefsten und schmerzerfülltesten Abgründe der Seele hinab. „Funeral summer“ ist ein klassicher Doomer, den alle Fans lieben werden. Das hasserfüllte „One last time“ beeindruckt mit teilweise danzigartigem Gesang. Sofern es auf dieser CD eine Hymne gibt, ist das wohl „Caesar forerver“ mit dem Chorus Schlachtruf „Christs may come and Christs may go but Caesar is forever“. Der Rausschmeißer „Anywhere out of this world“ quält sich mit seinen supereingängigen Parts schlüpfrig ins Ohr und zwingt den Hörer nahezu, sich die gesamte Doppel-CD noch einmal von vorn anzuhören.
The journey ends, the legacy lives on. The Reverend is dead! All hail the Reverend!
Tracklist:
Lineup:
CD 1:
1. They Used Dark Forces / Teutonic Witch
2. Sorrow
3. Funeral Summer
CD 2:
1. One Last Time
2. Kundalini Arisen
3. Caesar Forever
4. Anywhere Out Of This World
5. kein Titel
9.0 Punkte von Christian (am 30.07.2007)
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musikalischer Background des Verfassers Maiden, Epic Viking Metal, Doom Metal, True Metal, Heavy Metal, Power Metal, Old School US Metal, 80ies Thrash
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