Hier haben wir mal wieder ein recht interessantes Debütalbum einer noch ziemlich jungen Band (Gründung 2005) aus finnischen Gestaden namens DEPRESSED MODE, welche sich laut eigener bzw. Labelaussage dem melodischen Doom Metal verschrieben hat.
Der erste Durchlauf dieser guten 50 Minuten währenden Midtempo-Kakophonie hinterläßt schon deutliche Spuren, denn das mit vier Sessionmusikern verstärkt agierende Trio weiß ganz offensichtlich ganz genau, was es tut - DEPRESSED MODE haben ein (oder auch mehrere) Händchen, um überaus abwechslungsreiche und beispielsweise durch Klaviereinsatz teilweise fast schon träumerische Songs zu schreiben, welche den geneigten Zuhörer auf Anhieb zu fesseln wissen.
Man muß sich aber mit Haut, Haaren, Herz und Seele einlassen auf "Ghost Of Devotion" und man sollte schon konzentriert zuhören, denn diese Musik ist definitiv nichts zum Nebenherplätschern und erschließt sich auch erst nach einigen Durchgängen in seiner vollen majestätischen Pracht.
Besonders gut gefällt mir die äußerst emotionale Symbiose zwischen der sehr dunklen stellenweise fast schon todesmetallisch grunzenden Hauptsingstimme und einer Elfe, welche mit hohen Singtupfern kokett um den Sänger herumflattert. Dieser Co-Gesang wird mit schönen tiefergelegten Gitarren, dezentem Schlagzeug, allerlei Keyboardsounds und Samples, welche teilweise Teile eines klassischen Orchesters oder silbrig-glitzernde Sountrackpassagen vor dem Ohr des staunenden Zuhörers entstehen lassen, gekonnt zu einer stets fesselnden wabernden Melange verwoben, die einen - einmal gepackt - nicht mehr losläßt.
Eigentlich ist das auf "Ghost Of Devotion" Gebotene auch kein reiner Doom Metal - "Gothic Doom Metal" trifft das Ganze wahrscheinlich ein wenig besser und somit ist das Album für Legionen potentieller weiterer Konsumenten interessant.
Anspieltips sind gleich die ersten drei Stücke in Folge, welche die Grundattitüden von DEPRESSED MODE ganz gut rüberbringen, aber der aufmerksam gewordene Zuhörer wird danach wahrscheinlich auch nicht abschalten ...
Aber auch der stellenweise ultratief geröchelte und in manchen Passagen bis fast zum völligen Stillstand runtergebremste und von allerlei unheimlichen Geräuschen und Glockengeläut begleitete Titeltrack ist ziemlich gruselig und hat es ganz einfach in sich !!
Das in meinen Ohren beste Stück aber ist das von einem Spinett-Intro eingeläutete 'The Sun Is Dead', welches (zumindest anfangs) ein vergleichsweise flottes Tempo vorlegt und dabei sogar einige Doublebass-Passagen (!) aufweist, später dann aber in einem weiteren in Musik gegossenen phantasischen Traum endet.
Das schlichte in gedeckten dunklen Farben gehaltene Coverartwork paßt gut zum Bandnamen und der auf dem Album verbreiteten Stimmung und der transparente kristallklare Sound ist gut bis sehr gut geworden.
Über die "political correctness" des auf dem Album enthaltenen BURZUM-Coversongs (Track 8: 'Dunkelheit') läßt sich sicherlich wieder endlos diskutieren und philosophieren, aber aus musikalischer Sicht ergeht auch hier ein klarer Daumen nach oben.
Fazit: Ein bärenstarkes und ob seiner ungewöhnlichen Stilkombination sehr eigenständiges Album, in welches jeder aufgeschlossene Metaller (und nicht nur dieser !) hineinhören sollte - und das ist mir 8 fette Punkte wert.
Gastmusiker:
Marko Tommila - Drums
Jani Lamminpää - Bass
Jori Haukio - Cello
Marissa Marjamäki - Backing Vocals
Tracklist:
Lineup:
1. Alone
2. So Long
3. Words Of Silence
4. Suffer In Darkness
5. Ghosts Of Devotion
6. The Sun Is Dead
7. Fallen Angel
8. Dunkelheit (Burzum Cover)
9. Cold