„Dark Dreams, My Child“ ist keine neue Platte im eigentlichen Sinne, denn die Holländer haben die Scheibe bereits 2005 eingespielt. Bis zu Veröffentlichung bei Restrain Records ist nun ein wenig Zeit in die Lande gezogen. Nicht weiter schlimm, denn die musikalische Ausrichtung von Another Messiah kann als durchaus zeitlos bezeichnet werden. Post Doom nennt die Band ihren Stil.
Mit Inhalt gefüllt bedeutet dies nichts anderes als eine Mischung aus Dark Metal, Doom, Death, Gothic und ein wenig Space Rock. Hört sich spannend an? Ist es auch! Denn die Band hat die richtige Mischung aus diesen Stilen gefunden, agiert für einen Debütanten mehr als beachtlich und hat sogar in Ansätzen so etwas wie einen eigenen Stil kreiert, der sich zwischen mittleren Tiamat, Opeth, My Dying Bride und Amorphis befindet. Bereits der Opener „These Lonely Eyes” ist programmatisch für die Scheibe und hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Der druckvolle, schnelle eher Death-lastige Beginn harmoniert wunderbar mit orientalisch und altertümlich angehauchten Melodien und zähen, doomigen Passagen. Es entsteht ein wunderbarer Kontrast zwischen Aggressivität und melancholischer Ruhe, die vor allem durch die im Metal sehr exotische Oboe weiteren Tiefgang bekommt und zum Träumen einlädt. Der Oboist, Robbie de Klerk, ist gleichzeitig Sänger der Band und beeindruckt auch stimmlich mit gekonnten Wechsel zwischen Growls und klarem Melancholie-Gesang. Hätte sich nicht der eine oder andere lange Moment ins komplexe, progressive Songwriting eingeschlichen und die Spannung etwas fallen lassen, so wäre Another Messiah ein gewaltiges Album gelungen.
So bleibt es „nur“ ein bemerkenswertes Debütalbum, das durch eine druckvolle, differenzierte Produktion abgerundet wird und von Fans o.g. Referenzbands auf jeden Fall getestet werden sollte.
Tracklist:
Lineup:
1. These Lonely Eyes
2. And Now I Will ...
3. My God It's Him
4. I Never Noticed
5. Sweet Dreams
6. She Softly Starts To Cry
7. Dead Man Walking
8. Left To Die
9. The Bee Queen
musikalischer Background des Verfassers True-und Power-Metal, Viking/Pagan/Folk-Metal, Osteuropa und Exoten in jeglicher Form, Genreübergreifendes, auch mal Thrash oder Death und Black in melodischer Ausprägung sowie ein wenig Gothic und Punk.
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