Nomen est omen sagt man so schön, und so lautet passenderweise der Untertitel des mittlerweile siebten Studioalbums von LORD BELIAL „The 7th seal“. In der Tat schwingt auf dem Silberling einiges an Erfahrung mit, die bereits bei den Vorgängeralben für einen gehörigen Achtungserfolg sorgte.
Die drei Backelin-Brüder und Niclas Pepa Andersson bieten auf Revelation – The 7th Seal herrlichen Melodic Black Metal, der einen in eine düstere und kalte Einöde entführt, aus der man die kommenden gut 40 Minuten nur selten entkommt.
Das spartanische Intro bereitet einen auf das kommende Unheil vor und schon geht es fließend in den ersten Kracher „Ancient Splendor“ über, ein treibender Midtempo-Song mit nordisch-kalten Melodien. Diese Attribute peitschen sich auch durch alle nachfolgenden Songs des Albums, allerdings drückt der Schweden-Vierer an mehreren Stellen noch etwas auf das Gaspedal und setzt so den geneigten Hörer gewaltigen Blizzard-Hymnen aus. Erst mit dem ruhigen Outro „Grievance“ wird man wieder in behütetere Gefilde entlassen, aber das geradezu beschwörerische Krächzen des Sängers sorgt noch für ein bedrohliches Nachklingen.
Mitunter bietet das Album auch ruhigere Momente in Form von melancholischen und getragenen Melodien. „Gateway To Oblivion“ ist das Paradebeispiel dazu. Durch den mit klaren Gesang versehenen Part wird dem Ganzen noch eine gehörige Portion Pathos beigemischt.
A propos Gesang, das Organ von Thomas Backelin lässt einem schier das Blut in den Adern gefrieren, wenn er nicht wie oben beschrieben in den klaren und hymnenhaften Gesang wechselt, sondern wenn er kreischend und keifend eine Einheit mit den sägenden Gitarren bildet. Bei „Unspoken Veneration“ ist die Stimme kurzzeitig verzerrt worden, was sich meiner Meinung nach um einiges besser im Klangkonzept als der klare Gesang macht.
Eine weitere Auflockerung des Sound-Infernos bietet eine Anzahl von ergreifenden Solis mit verzweifelten Melodien.
Für die Aufnahmen begab sich die Band in lieb gewordener Manier in das Los Angered Studio, wo Produzent Andy LaRocque, den man unter anderem von King Diamond her kennt, für einen Sound sorgte, der die eisige Grundstimmung des Albums wunderbar widerspiegelt.
Alles in allem kann man bei diesem LORD BELIAL Output wieder von einer runden Sache sprechen, wobei die Band vielleicht doch etwas zu sehr auf bewährte Schemata zurückgreift. Aber wen stört es, solange noch solche Perlen wie „Ancient Splendor“, „Death As Solution“ oder „Unholy War“ dabei herauskommen?
Tracklist:
Lineup:
1. 7th Seal
2. Ancient Splendor
3. Aghast
4. Death As Solution
5. Unspoken Veneration
6. Death Cult Era
7. Vile Intervention
8. Gateway To Oblivion
9. Unholy War
10. Black Wings Of Death
11. Grievance
musikalischer Background des Verfassers Anfänge mit 80er Heavy- und 90er Death-Metal, inzwischen findet auch alles jenseits des metallischen Paralleluniversums bei mir Gehör
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