Eine Old School-Harke, die sich gewaschen hat, servieren uns die schwedischen Traditionalisten Tyrant auf „Reclaim The Flame“. Wobei man besser sagen müsste „die sich NICHT gewaschen hat“, denn dieser Einstand klingt alles andere als sauber, gepflegt und hübsch aufgemacht. Nein, hier regieren Hässlichkeit, Schmutz und Chaos! Der schwedische Dreier zeigt zehn Songs lang, wo der Black Metal herkommt. Dass das per se nichts Neues ist, soll hier gar nicht zur Debatte stehen. Den wenigsten Black Metal-Bands dort draussen jedoch, die sich dem thrashigen Black Metal der Pionierphase verschrieben haben, haftet jedoch diese ursprüngliche Besessenheit, diese lodernde Leidenschaft an, wie sie bei Tyrant zu finden ist. Lauscht man den extrem schlabbernden Gitarren, den wüst rumpelnden Drums und dem kehligen Gezeter von Sänger D.F. Bragman weiß man einfach, dass es diese Drei einfach im Blut haben. Hier klingt nichts aufgesetzt, nichts konstruiert – auch der gnadenlos rohe und altmodische Sound passt da natürlich wie angegossen zu den treibenden, groovenden und polternden Tracks. Höre ich da „Black’n’roll“ durch den Raum schwirren? Mitnichten: „Reclaim The Flame“ ist ein kräftiger Tritt in die Allerwertesten all jener Möchtegern-Black’n’roller. Dass dieser Tritt weder originell noch außerordentlich neuartig ausfällt, dürfte mittlerweile jedem klar sein. Als Huldigung an Venom, Bathory, Possessed, Celtic Frost & Co. und als Manifest der alten Werte kann dieses pechschwarze, dreckige Werk jedem Anhänger ursprünglicher Schwarzmetall-Klänge empfohlen werden. „Reclaim The Flame“ – das ist eben Nostalgie pur. Und wenn diese Zeitreise derart Laune machend ausfällt, kann man gut und gerne auf originelle Ideen verzichten. Einzig und allein die Spielzeit von unter einer halben Stunde und der wenig originelle Bandname (allein in der Metalglory-Datenbank treiben neben den Schweden auch amerikanische, japanische und deutsche Tyrants ihr Unwesen) fallen hier etwas negativ auf.
Tracklist:
Lineup:
1. The Rebirth...(Reclaim The Flame)
2. Remain Enslaved
3. Uprise
4. Hell Has Broken Loose
5. Restart With The Number 666
6. Armageddon Is Here
7. Tyrant
8. Broken Spine
9. Tunes Of Hate
10. Harvest Hunger
7.0 Punkte von Björn Springorum (am 19.11.2007)
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musikalischer Background des Verfassers Ganz klar aus dem frostig-kalten Black Metal kommend, jedoch ist eine starke Tendenz zu elektronischen Klängen harscher Natur und folkigen Klängen überaus sanfter Natur zu erkennen...fügt man nun noch eine Prise Yann Tiersen dazu...voila!
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