Erster! Das hat sich wohl Richard Z. Kruspe, seines Zeichens Gitarrero bei Rammstein (was wohl jedem bekannt sein sollte), auch gedacht, um endlich mal ein Soloprojekt zu starten. Nach so vielen erfolgreichen Jahren mit Millionenverkäufen im Rücken, dürfte es auch keine Probleme bereiten.
Richard verlässt sich fast ausschließlich auf den typischen 80er Rock, ein wenig Industrial und viel vom Wave Sound. Das Ganze schön mit eben den unverwechselbaren Rammsteingitarrenriffs überdeckt. Es lässt sich nicht leugnen, dass hier eben ein Rammstein Member am werkeln gewesen ist. Anders ist, dass Richard hier sich rein auf die englische Sprache verlässt und sein Gesang als auch der seiner Gäste/Mitstreiter (leider) viel überproduziert, ja gar oft verzerrt und irgendwie mal lasch daherkommt. So schön es manchmal auch ist die englischen Lyrics mitzusingen, so schade ist es auch, wenn der Gesang oft verzerrt rüberkommt.
So gibt es etliche Nummern, die schnell ins Ohr gehen und auch zum Mitsingen einladen, u.a. wären hier folgenden zu nennen: „Emigrate“ (strikt nach vorn und daher richtungweisend!), „Wake up“, „My World“ (rasante Nummer mit Motörhead Soli!) und „Resolution“ (orientalisch angehaucht!). Nicht zu vergessen wären die Tracks „New York City“, welcher mich sehr an eine Mischung aus Johann Edlund und Philip Boa erinnert sowie „Temptation“, der schön nach Emo Pop Rock klingt. Alles in allem irgendwo und irgendwie eine gesunde Mischung aus neuen Rammstein (welch eine Überraschung), Philip Boa, Depeche Mode, der Pop-Phase von Paradise Lost, etwas Babylon Zoo (kennt die noch einer?) und Lucyfire (Tiamat Projekt).
Ob dies alles nun positiv oder negativ zu werten ist, sei jedem selbst überlassen. Allemal gibt es eine bunte Mischung an Songs, die es so noch nicht bei seiner Hauptband gegeben hat. Was nun erklären würde, dass sich jener Herr wohl endlich richtig austoben durfte.
Was weiterhin nicht verwundert wäre das professionelle Coverartwork und die gelungene Produktion, aber bei dem Etat (ähm dem Namen), werden diese Sachen niemanden sonderlich wundern. Man erwartet es sowieso von einem wie Herrn Kruspe.
Fazit: Für ein Debüt ist es Richard gelungen sein Horizont zu erweitern und mit dem Label im Rücken kann er auch viel von sich reden lassen. Zudem werden wohl weitere Fans, also nicht nur Rammstein-Fans, dazu stoßen, die eben nicht nur auf deutsche Texte acht geben. Ich gehe davon aus, dass sich sowieso die Rammstein Fans angesprochen fühlen, wenn eben ein Soloalbum eines Mitstreiters am Start ist. Für all diejenigen, die etwas mehr als nur den typischen Aufkleber „Debütalbum des Richard Z. Kruspe von Rammstein“ benötigen, sein einfach erwähnt: Emigrate ist medientauglicher Alternativer Rock, der auch in den 80ern für Furore gesorgt hätte.
Tracklist:
Lineup:
1. Emigrate
2. Wake Up
3. My World
4. Let Me Break
5. In My Tears
6. Babe
7. New York City
8. Resolution
9. Temptation
10. This Is What
11. You Can’t Get Enough
6.5 Punkte von Arturek (am 13.12.2007)
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musikalischer Background des Verfassers ...sehr viel
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