Groves in Mist ist das akustische Soloprojekt des russischen Musikers „Lefthander“ und auf seinem Album präsentiert er atmosphärische Klänge, die seiner eigenen Aussage nach von großen Künstlern wie Antimatter, Of the Wand and the Moon und Tenhi beeinflusst sind. Das kann man glatt so im Raume stehen lassen, denn „Mood Diary“ definiert sich tatsächlich durch Eigenschaften, die charakteristisch für oben genannte Bands sind: Ruhige und depressive Akustikgitarren mit melodischem Gesang sind hier zu finden(Antimatter), in anderen Songs wird nicht gesungen, sondern gerade einmal geflüstert (Of the Wand and the Moon) und in wieder anderen Songs übernimmt das Piano eine tragende Rolle (Tenhi). Sicherlich sind das alles nur Einflüsse, die sich in der Musik Lefthanders widerspiegeln, denn wie eine Kopie der entsprechenden Bands klingt Groves in Mist nicht wirklich – starke Ähnlichkeiten, besonders mit Antimatter, sind allerdings nicht von der Hand zu weisen.
Leider schafft Lefthander es aber nicht, qualitativ mit seinen Vorbildern gleichzuziehen. Ein deutlicher Grund hierfür ist der Gesang: Ich möchte nicht bestreiten, dass der gute Mann sehr viel Emotionen in seine Musik gesteckt hat und die Texte für ihn wichtige Inhalte vermitteln, diese Emotionen hört man seinem komatösen und leicht schiefen Gesang aber nicht wirklich an („Murder and Confession“, „Madman’s Diary“). Über dieses Manko kann man jedoch noch hinwegsehen, denn anscheinend weiß Lefthander selbst von seiner mittelprächtigen Stimme und setzt diese nicht ständig auf diese Art und Weise ein, stattdessen wird mehr Wert auf getragene und traurige Instrumentalparts gelegt. Damit kommen wir aber zum zweiten Problem von „Mood Diary“: dem Songwriting. Obwohl einige Songs recht schöne Melodien aufweisen, plätschert das Album im Gesamteindruck vor sich hin. Keines der elf Lieder sticht besonders hervor oder lässt aufhorchen, höchstens einzelne Stellen lassen einen wünschen, dass doch das ganze Album so wäre („Join to Misery“ – abgesehen vom Gesang). So driftet „Mood Diary“ haarscharf an der Grenze zu einer unspektakulären Ambientscheibe dahin und an meinen Ohren vorbei.
Als entspannte Hintergrundmusik für Nebenbei, zum Beispiel beim Lesen, Arbeiten, Einschlafen, ist „Mood Diary“ sicherlich nicht verkehrt und das Album ist keineswegs schlecht geraten – leider aber auch nicht wirklich gut. Nichtsdestotrotz schlummert hier durchaus Potential und ich bin gespannt, ob Lefthander dieses Potential in einer zukünftigen Veröffentlichung wird ausbauen können.
Lineup:
Alle Instrumente und Gesang: Lefthander
Tracklist:
Lineup:
1. Intro
2. Fall through the Window
3. Amnesia
4. Murder and Confession
5. Remission Tide
6. Luna comes in Pain
7. Too last Elegy
8. Sick
9. Join to Misery
10. Madman's Diary
11. Providence with Blake
5.0 Punkte von Gorlokk (am 28.01.2008)
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musikalischer Background des Verfassers Prog Rock/Metal, Post Rock/Metal/Hardcore, Djent, Swedish/Melodic Death, Folklore/Neofolk, Neo-Thrash/Metalcore, Black Metal, Düster-Rock u.v.m.
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