VIRON bringen mich mit ihrem neuen Album „Ferrum Gravis“ ein bisschen in Verlegenheit. Ohne Einschränkung muss ich zugeben, dass ihr Debütalbum „NWOGHM“ letztes Jahr zu den besten Heavy Metal Scheiben gehörte. Damals noch auf einem kleinen griechischen Label, gelang den deutschen True-Metallern ein grandioser Streich, der die Ausfälle der letzten Alben von Hammerfall durchaus verschmerzen ließ. Glücklich war ich, dass auch aus Deutschland wieder erstklassiger Metal zu erwarten war. „Ferrum Gravis“ ist nun das zweite Album der fünf Metalheads, diesmal aber auf dem Major Label Metal Heaven. Ob es daran liegt, dass die Scheibe nicht ganz so gut zündet, wie das Debüt?
Versteht mich nicht falsch, denn VIRON schaffen es auch dieses Mal, richtig schönen Old-School Heavy Metal im Stil von Hammerfall und Manowar zu präsentieren, was eben jene genannten Bands schon länger nicht mehr auf die Reihe kriegen. Von daher Kompliment! „Ferrum Gravis“ bedient alle Liebhaber des traditionellen Heavy Metals der härteren Gangart. Allerdings müssen sich die Jungs jetzt auch den Vergleich mit dem Debütalbum gefallen lassen. Und da muss „Ferrum Gravis“ leider den Kürzeren ziehen. Zwar gibt es immer noch die langen, instrumental- und soli-orientierten Stücke, aber irgendwie wirken die Songs insgesamt eintöniger und die Metal-Riffs ausgelutschter. Sänger Alexx Stahl macht seine Sache ganz ordentlich, auch wenn man ab und an einfach nicht versteht, was der Gute da von sich gibt. An der Gesangsproduktion im Zusammenspiel mit den Instrumenten ist das Album sicher noch verbesserungsfähig. Die Songs im Einzelnen sind ganz ordentlich, man hat es immerhin geschafft, sich einen eigenständigen Sound mit hohem Wiedererkennungswert zu erarbeiten. Da gibt es knallharte Double-Bass-Songs wie den Opener „Liberator“ oder hymnische Kriegsballaden wie „War“ oder „Sniper“. Getreu dem Motto „Weniger ist mehr“ sind VIRON auch dieses Mal unter der zehn Song-Grenze geblieben, meiner Meinung nach ist die Dichte an innovativen Songs dieses Mal aber deutlich geringer als auf „NWOGHM“Aber lassen wir die Vergleiche mal außen vor, so ist „Ferrum Gravis“ für sich genommen ein gutes Heavy-Album geworden. Der lateinische Titel für schweres Eisen ist ebenfalls originell gewählt.
Fazit: Nicht das erwartete heiße Eisen im Feuer, aber durchaus guter Heavy Metal der alten Schule, und auf jeden Fall eine sichere Sache für alle Fans des True-Metal.
Tracklist:
Lineup:
1. Liberator
2. On The Run
3. The Isle Of Man
4. War
5. Beyond The Gates
6. Metal Ball
7. Playground For Billions
8. Led Astray
9. Sniper
musikalischer Background des Verfassers Melodic Metal, Melodic Rock, AOR, Sleaze-Glam, Progressive, Power Metal
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