Carnivore (USA) "Retaliation" CD
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„Retaliation“ von CARNIVORE ist das zweite und zugleich leider schon letzte Album der Jungs um Pete Steele, dem späteren Frontmann von Type O Negative. Neben dem Debütalbum „Carnivore“ hat Metal Mind Productions auch dieses 1987er Zweitwerk einer Frischzellenkur unterzogen.
Mit diesem Album machte die Band noch einen Schritt nach vorne und ließ einen deutlich mehr vom Hardcore geprägten Stil in ihre Songs einfliessen. Auch Pete gleichte seine inzwischen ausgereifter klingende Stimme dem höheren auf-die-Fresse-Faktor an und bellte seine Texte noch wütender ins Mikro als noch auf dem Vorgängeralbum. Zudem ist auf dem Album eine Coverversion zu finden, nämlich „Manic Depression“ von Jimi Hendrix.
Auch in den Lyrics machte sich im Vergleich zu „Carnivore“ eine Veränderung bemerkbar. Die postnuklearen Endzeitszenarien bekamen nun weniger Gewichtung. Stattdessen setzte sich Pete Steele, alias Petrus T. Steele, mit Themen wie kulturellen Spannungen, gewalttätigen Straßengangs, Patriotismus und tief verwurzelten Ängsten auseinander. Der bittere Zynismus, den er dabei an den Tag legte, brachte ihm und der Band immer wieder Ärger ein, denn immer wieder sahen sie sich mit den Vorwürfen des Rassismus, Sexismus und Nationalismus konfrontiert. Das Paradebeispiel dafür ist „Jesus Hitler“, das damit beginnt, dass aus der einen Lautsprecherbox eine Originalrede Hitlers läuft, während aus der anderen gregorianischer Gesang zu hören ist. CARNIVOREs zweifelhafter Ruf spaltete die Metalfraktion in Fans und Gegner. Auch das meiner Meinung nach kultige Intro „Jack Daniel´s And Pizza“, bei dem ein männliches Wesen (wahrscheinlich Pete Steele selbst) aufs Klo sprintet um sich einige Sachen noch mal gründlich durch den Kopf gehen zu lassen, zeigt die nicht vorhandenen Berührungsängste mit jeglicher Art von anstössigen und ekligen Themen.
Nur ein Jahr später wurde das Kapitel CARNIVORE aus personellen Gründen abgeschlossen und so wurde der Weg frei für Pete Steeles nächstes Engagement: Mit Type O Negative, dessen erste Alben noch die CARNIVORsche Handschrift tragen, führt er seitdem seine musikalische Karriere fort. Allerdings hatte man z. B. auf dem Wacken Open Air 2006 nochmal die Gelegenheit den Vorläufer zu bewundern.
Zu dieser Wiederveröffentlichung im Digipak sei noch gesagt, dass im Booklet nette Liner Notes von Jeff Kitts zu finden sind, und dass das reguläre Album um drei Demosongs angereichert wurde.
Fazit: Trotz der zwiespältigen Texte stellt dieses Album für mich einen absoluten Klassiker dar. Ganz großes Kino! „If you can´t eat it or fuck it... Then kill it!“
| Tracklist: |
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Lineup: |
1. Jack Daniel’s And Pizza
2. Angry Neurotic Catholics
3. S.M.D.
4. Ground Zero Brooklyn
5. Race War
6. Inner Conflict
7. Jesus Hitler
8. Technophobia
9. Manic Depression
10. U.S.A. For U.S.A.
11. Five Billion Dead
12. Sex And Violence
Bonustracks:
13. World Wars III and IV (demo)
14. Carnivore (demo)
15. The Subhuman (demo)
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Vocals / Bass: Peter Steele Guitar / Vocals: Marc Piovanetti Percussion / Vocals: Louie Bateaux
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10.0 Punkte von Arne (am 20.06.2008)
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musikalischer Background des Verfassers Anfänge mit 80er Heavy- und 90er Death-Metal, inzwischen findet auch alles jenseits des metallischen Paralleluniversums bei mir Gehör
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