GUERRILLA, die Kölner Thrash-Metaller haben mit „No inch back“ den zweiten Longplayer am Start. Das verspricht knallharten Thrash-Metal ohne Atempause.
Nach einigen Umbesetzungen in der Band gestaltet sich das line up nun wie folgt:
Marcello White – Gesang, Timur Slapke – Gitarre, Gesang, Pete Zimmermann – Gitarre, Gesang, Andreas Westphal – Bass, Martin Below – Schlagzeug.
Nach der Veröffentlichung der Maxi-CD „Breed us, feed us, weed us“ im Jahr 1998 und der ersten CD „On target“ im Jahr 2001, fand die Band viel Beachtung und erspielte sich in vielen Konzerten den Ruf einer beachtenswerten Live-Band.
Nun aber zum neuen Album „No inch back“.
Der Opener „guardian demon“ lässt es gleich richtig krachen. Hämmernde Beats und charismatischer Gesang gehen eine gekonnte Einheit ein. Weiter geht es mit „temptress“, das ruhig und melodisch beginnt. Schöne Gitarrensoli gleich am Anfang und dann die hämmernd einsetzende Gewalt, sehr interessante Szenenwechsel. Auch bei „imperial gloom“ lassen es GUERILLA hart brettern. Die Melodien sind durchweg eingängig und weltkritische Texte unterstreichen den brachialen Sound.
Die Anfangstakte von „greed“ treiben sich spielerisch in die Höhe, um dann von tiefen Grunzgesang abgelöst zu werden. Dieser Song ist in seiner Originalität sehr bestechend und unberechenbar. Der treibende Grundton taucht in unregelmässigen Abständen und verschiedenen Härtegraden immer wieder auf, was dem Song eine gewisse Unverwechselbarkeit gibt.
Die sanften Klänge einer auf der Akustikgitarre gespielten, fast einem Menuett vergleichbaren Melodie, von „mg nowenie“ (normalerweise kyrillisch geschrieben) geben dem Hörer ein paar Momente Zeit zum Erholen.
„Clemency“ walzt dann die eben erblühten Gänseblümchen wieder mit der Planierraupe platt. Krasse Gegensätze mit einer eigentümlichen Wirkung geben dem Album die nötige Spannung und lassen keine Sekunde Langeweile aufkommen.
Auch bei „serve to survive“ gibt es gnadenlos auf die Öhrchen. GUERRILLA spielen mit allen Mitteln mit den Emotionen der thrashbegeisterten Hörerschaft. Immer wieder lassen sie Anlehnungen zu Death mit einfliessen, was dem angestaubten Thrash-Metal der 80-er Jahre zu neuem Glanz verhilft. Sehr schön wird das durch „candour of the dead“ unterstrichen. Auch „dead man walking“ fügt sich passend in die Reihe der sich ständig ändernden Stile ein. Dass GUERRILLA sich auch in ihrer Muttersprache auszudrücken wissen, stellen sie mit dem einzigen deutschen Song „ich find dich“ unter Beweis. Männliche Gier und Lust auf fleischliches Vergnügen ohne Rücksicht auf Verluste, wird in diesem Text beschrieben und durch die bedrohliche Melodie gekonnt inszeniert. Zum Abschluss noch einmal brachiale Gewalt im Song „bred by abortion“ mit den hämmernden Beats einer Dampfwalze.
GUERRILLA stellen mit diesem Album ihre Kreativität und Wandelbarkeit anschaulich unter Beweis. Auch nach den letzten Takten wirkt der Silberling noch nach, man ist in den Bann von GUERRILLA geschlagen.
Dazu ist die Produktion satt und druckvoll, das Arrangement stimmig, Metal-Herz was willst du mehr ?!
7.5 Punkte von Manuela (am 20.12.2004)
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