Nicht nur auf den Studioalben, auch auf der Bühne machen REDEMPTION einen guten Eindruck. Das beweist das jüngst bei Inside Out erschienene Live-Video "Frozen In The Moment – Live In Atlanta", das im September 2007 beim "ProgPower USA"-Festival in Georgia mitgeschnitten wurde. In 65 Minuten spielen REDEMPTION neun Songs, wobei der Schwerpunkt der Songauswahl auf der letzten Scheibe "The Origins Of Ruin" liegt, unter anderem mit den Highlights "Bleed Me Dry" und "The Suffocating Silence". Vom Debütalbum hat es immerhin noch "Nocturnal" auf die Setlist geschafft, und das Zweitwerk "The Fullness Of Time" ist mit drei Titeln vertreten, darunter natürlich das geniale "Sapphire". Die Performance der Band ist absolut souverän. Bernie Versailles und Mastermind Nicolas van Dyk liefern sich filigrane Gitarrenduelle aller erster Güte, in die sich Tourkeyboarder Greg Hosharian häufig einmischt; meistens aber spielt Greg die für REDEMPTION typischen Keyboard- und Klavierpassagen, die neben der Spur zu laufen scheinen. Der Bär am Bass, Sean Andrews, frickelt weltmeisterlich präzise, und Chris Quirarte hält am Schlagzeug alles zusammen. Allen Musikern gelingt es individuelle Akzente zu setzen. Im Zentrum steht natürlich Frontmann Ray Alder, dessen ruhiger und klarer Gesangstil einen Gegenpol zu dem enormen Input der Instrumente bildet. Ein Großteil der musikalischen Passagen ist unglaublich schnell und druckvoll gespielt, und trotzdem gelingt es REDEMPTION mit dieser schwer verdaulichen Soundwand das Publikum auf ihre Seite zu ziehen, auch wenn genretypisch natürlich nicht besonders viel Bewegung in den Fans auszumachen ist. Bild- und kameratechnisch gibt es nichts zu meckern; die Produktion der Show ist nicht auf höchstem Niveau, aber das Geschehen wird gut und abwechslungsreich eingefangen. Der Sound ist viel roher als auf den Studioalben, was der Vielschichtigkeit und der hohen Detail-Dichte der Lieder leider nicht entgegen kommt. Zudem wird nur ein Stereo-Mix geboten; 5.1-Sound Gourmets kommen also nur schwerlich auf ihre Kosten. Schlecht ist der Sound aber nicht, und die Konzertatmosphäre wird gut vermittelt. Die Extras tragen zum positiven Gesamtbild des Videos bei: Im Bonusmaterial der DVD findet sich ein Tour-Tagebuch, in dem 12 Minuten lang Eindrücke von der gemeinsamen Tour mit DREAM THEATER gezeigt werden; durchaus unterhaltsam und teilweise witzig. Das Beste an dem Tagebuch ist aber die musikalische Untermalung, bestehend aus einer bislang unveröffentlichten REDEMPTION Nummer, die eine vorzügliche Progressive-Frickel Abfahrt ist. Als letztes Schmankerl gibt es auf der DVD noch einige Outtakes und den Videoclip zu "Bleed Me Dry". Sehr löblich und zur Nachahmung für alle Live-Video Produktionen empfohlen: Das gesamte Konzert ist zusätzlich als Audio CD dem Package beigefügt. Ein sechszehnseitiges Booklet mit Lyrics, Fotos und sonstigen Infos rundet das Release ab.
"Frozen In The Moment – Live In Atlanta" ist ein grundsolides Live-Video geworden. Die sympathische Band spielt beeindruckend tight und präzise. Auch wenn es soundtechnisch nicht den allerhöchsten Ansprüchen genügt, dürfen hier geneigte DREAM THEATER- und SYMPHONY X- sowie alle anderen Prog-Metal Fans gerne Blicke und Ohren riskieren; sie dürften kaum enttäuscht werden.
Tracklist:
Lineup:
-Konzert (DVD & CD) (65:05 & 65:27)
1. Threads
2. Bleed Me Dry
3. Nocturnal
4. Memory
5. The Suffocating Silence
6. Release
7. Fall On You
8. Sapphire
9. The Death Of Faith And Reason
-Tour Diary (12:14)
-Videoclip: Bleed Me Dry (5:04)
-Outtakes (4:39)
musikalischer Background des Verfassers Hauptsächlich Metal und 60er/70er Jahre Rock. Daneben alles Mögliche (z.B. EBM, Soundtracks, Folk, diversen Jazz Kram & Krautrock) und manches Unmögliche (z.B. Aqua, Madonna, Torfrock, Björk & Doris Day).
X Aktuelle Top6
1. Alestorm "Leviathan"
2. Grave Digger "Ballads Of A Hangman"
3. Saxon "Into The Labyrinth"
4. Band Of Horses "Cease To Begin"
5. AC/DV "Black Ice"
6. Opeth "Watershed"
X Alltime-Klassix Top6
1. Rush "Grace Under Pressure"
2. Böhse Onkelz "Adios"
3. ELP "Brainsalad Surgery"
4. The Fair Sex "Bite Release Bite"
5. Scooter "Encore The Whole Story"
6. Chroma Key "Dead Air For Radios"
[ Seit dem 07.03.09 wurde der Artikel 2936 mal gelesen ]