Erfrischender und abwechslungsreicher Death Metal aus Leipzig. “I Am The Grave” unterstreicht etwaige Ambitionen dieser 2004 gegründeten Formation, in die Fußstapfen von Dark Suns und Disillusion zu treten. Auch wenn sich stilistisch hier keine direkten Vergleiche anstellen lassen, so sind doch beide deutschen Vorzeige-Combos, jede auf ihre Weise, einmal im Death Metal verwurzelt gewesen, bis man sich, dem künstlerischen Drang folgend und Genre-Grenzen niederreißend, entwickelte und dabei Neues kreierte.
Natürlich müssen MIMOSIS nicht zwangsweise eine solche Entwicklung nehmen.
Die Anlagen dazu lassen sich auf “I Am The Grave” allerdings deutlich erkennen. Ohne Vorbehalte verarbeitet man scheinbar spielend Einflüsse, die vom technischen Death Metal, bis hin zum Jazz (ohne sich dabei egozentrischen Frickel-Orgien hingeben zu müssen) und weit darüber hinaus zu reichen scheinen.
Vordergründig regiert allerdings noch ein rohes, brutales Death Metal-Brett, welches durch die progressiven Einflüsse zeitweise an eine epische Variante von Dying Fetus erinnert. Die fünf Songs sind packend und mitreißend, die Arrangements beachtlich. So wird das Tempo immer wieder geschickt variiert, anspruchsvolle Breaks und mörderische Grooves werden gekonnt eingesetzt. Jazz-Linien lassen dem Hörer zeit zum Luftholen, bauen Spannung auf bevor sie unter den infernalischen Schlagzeug-Gewittern, vom inzwischen ausgestiegenen Drummer Nick Putzmann, zerbersten.
Überhaupt ist die komplette Instrumentalfraktion über jeden Zweifel erhaben. Technik und songwriterisches Können stehen in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander und bieten Frontmann Chris Pscheidt den perfekten Soundteppich, um seine kehligen Vocals darüber zu schreien, zu growlen und zu kreischen. Selbst wenn dem talentierten Sänger, die gesungenen Passagen an mancher Stelle noch etwas zaghaft aus den Stimmbändern kommen, so wird eines doch klar:
In dieser Besetzung haben MIMOSIS alle Möglichkeiten, sich zu einer weiteren außergewöhnlichen Formation aus Leipzig zu entwickeln. Das Rüstzeug dazu ist zweifelsohne vorhanden und alles, was es darüber hinaus bedarf ist Zeit.
Bleibt zu hoffen, dass die Band die, kurz nach Veröffentlichung ihrer EP entstandene Lücke auf dem Drumhocker so schnell wie möglich schließen kann, um mit dem starken Material von “I Am The Grave” auch an der Live-Front aktiv werden kann.
Tracklist:
Lineup:
1. Art.Kill.Frequency
2. Wish You Were Dead
3. Ashen
4. Mimosificated
5. I Was The Grave
musikalischer Background des Verfassers Punk, Metal, Black & Death Metal... Heute höre ich alles, sofern es mich in irgend einer Art und Weise berühren kann...
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