Dieses Album hätte ich mir gerne vor dem Mastering angehört! Da es in den berühmten Finnvox Studios gemastert wurde, hätte sich meine Frage danach erledigt, ob „Love-fading Innocence“ davor so enorm finnisch geklungen hat. Denn das einzige was hier wirklich italienisch ist, ist die Tatsache, dass die Bandmember in Italien geboren sind. Aber nun, es liegt mir das fertige Stück vor, welches bereits das zweite Werk der Italiener darstellt und sie ganz und gar aufzeigen, dass der Gothic Metal/Rock ihnen sehr am Herzen liegt.
My Sixth Shadow erfinden nicht viel Neues, es klingt tatsächlich nach den heute so bekannten Gothic Rockern, die überwiegend in Finnland zu finden sind. Aber die zunächst „ungewöhnliche“ bzw. gewöhnungsbedürftige Stimme trägt schon dazu bei, dass sich dieses Album aus dem Rummel des Gothic Rock herausheben könnte. Dave sieht nicht nur sehr feminin aus, seine Stimme klingt zum Anfang der Tracks auch zerbrechlich, leicht, um eben nicht zu sagen „weiblich“. Eine sehr weiche sowie gefühlvolle Stimme, die am ehesten mit Ville Valo zu Zeiten von „Deep Shadows...“ zu vergleichen wäre. Vor allen Dingen im Track „Shadows in my love“ ist dies deutlich spürbar, was sich jedoch in diesem Fall nicht ausschließlich auf die Stimme selbst bezieht. Auch instrumental gesehen könnte das Stück aus der Feder des ville Valo stammen („Poisen girl“ z.B.). Außerdem erkenne ich einige Stimmähnlichkeit zu Sängern wie Marc Almnond oder Jonathan Donahue (Mercury Rev), was um so mehr untypisch für den (Finnish-) Gothic Metal wäre. Aus diesem Grund sollte man den Vocals schon etwas Zeit geben, wenn sie nicht gleich am Anfang der CD gefallen sollten.
Die Musik selbst ist purer Gothic Rock mit viel Gefühl und schönen Melodien. So befinden sich hier ebenso ruhigere, also gefühlvoll-melancholische, als auch düster-rockige Tracks, wobei letztgenanntes erst so richtig mit „Forever“ losgeht und bei „Shades of grey“ endet.
Und dann wäre da noch der allerletzte Song, der die Scheibe klangvoll abrundet. Dabei handelt es sich um den Coversong „With or without you“.
Fazit: Ein durchweg hörenswertes Gothic Album, welches direkt aus Finnland hätte stammen können. Es scheint, dass Italien ein bissl vom „nordischen“ Gefühl abbekommen hat und auch hörenswerte Mitsingohrwürmer produzieren können. Für Leute, die mit The 69 Eyes, HIM, Poisenblack und Sentenced etwas anfangen können ist diese Scheibe ein Muss, aber bitte erwartet nicht viel Neues und lernt die Stimme mit jedem weiteren Hören mehr kennen.
7.5 Punkte von Arturek (am 21.01.2005)
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musikalischer Background des Verfassers ...sehr viel
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