No Mercy (Italien) "Dark Celebrity" CD-R
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Eigentlich ist es ein Frevel, dass in den Neunzigern eine lächerliche Pop-Retorten-Truppe unter dem Namen NO MERCY firmierend und „Where Do You Go“ quakend die Charts stürmte. Eigentlich ist es auch ein Frevel, so ein unnützes Wissen zu haben. Aber einer Metalcombo steht Name NO MERCY definitiv besser zu Gesicht.
Das dachte sich 1997 auch eine italienische Death-Thrash Coverband und entwickelte fortan unter diesem Banner ihre eigene Musik. Der 4-Tracker „Dark Celebrity“ ist das dritte Lebenszeichen nach den Demos 2002 und 2004. Zu der dürftigen Discographie gesellt sich noch die magere Spielzeit dieses Outputs. Aber in dieser guten Viertelstunde verlangt das Quintett einem einiges ab.
Verwurzelt sind sie immer noch im Death-Thrash Genre und bieten davon eine ziemlich fahrige und hektische Variante: Abrupte Tempiwechsel, technisch vertrackte Riffs, quietschende Solos, Double-Bass hier, Blastbeats da. Dies sind die domierenden Elemente auf „Dark Celebrity“, zwischen denen manchmal Melodien aufblitzen. Dazu kommt ein krächzend growliger Gesang. Sinnigerweise heisst es dann im beigelegten Flyer: „Not alternative – Not educative. Only for brutal & ugly people."
Was die Sache wesentlich interessanter macht ist, dass NO MERCY ihr gar nicht mal so übles aber in letzter Instanz zu verworrene Geballer mit einigen Überraschungen auflockern. So sind beim Titeltrack ein Techno-lastiges Intro (dem Drums und Gitarren à la Atrocity zu „Willenskraft“ Zeiten folgen) und zarter Frauen-Gesang zu vernehmen, die den Song zum Highlight werden lassen, aber leider gleichzeitig in Stücke reissen. Bei „You Lose“ wurden schräge Orgelklänge eingebaut und die letzte Minute von „Cadaverous Mon Amour“ ist ein schön sphärisches Keyboard-Outro.
Fazit: Bei solch scheinbar wirr aneinandergereihten Highspeed-Riffs und düsteren Elektroklängen kann man es als Fluch oder Segen betrachten, dass nach 15 Minuten und 54 Sekunden wieder Schluss ist. Die Kombination dieser Stile ist zwar eine tolle Idee, aber NO MERCY sind an dieser zugegebenermaßen schwierigen Umsetzung gescheitert. Musikalisch hat die Band aber durchaus was auf der Pfanne. 5.5 Punkte von Arne (am 25.06.2009)
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musikalischer Background des Verfassers Anfänge mit 80er Heavy- und 90er Death-Metal, inzwischen findet auch alles jenseits des metallischen Paralleluniversums bei mir Gehör
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