Hinter dem Namen Bibleblack versteckt sich das neueste Kind von Saitenhexer Mike Wead, der ja schon sehr überzeugende Arbeit bei u.a. King Diamond / Mercyful Fate oder Memento Mori abgeliefert hat. Dazu gesellt sich mit Rhythmus Gittarist Simon Johansson (Steel Attack, Memory Garden) ein nicht minder unbekannter. Wer nun aber ähnliche musikalische Wege bei den fünf Schweden vermutet, liegt ziemlich daneben. Die Basis für „The Black Swan Epilogue“ bildet brettharter moderner Black Metal, düster und atmosphärisch intoniert, wofür sich wohl vorrangig die symphonischen Keyboard Elemente verantwortlich zeigen. Für Vergleichsfetischisten: Dimmu Borgir kommen einem beim Hören am ehesten in den Sinn.
In ein lupenreines Soundgewand verpackt, schießen hier pfeilschnell vorgetragene Riffs unterlegt mit ein paar dezenten Keyboards aus den Boxen. Technisch überaus versiert gehen die Herrschaften zu Werke und prügeln erstmal alles in Grund und Boden, allerdings ohne dass man in sinnlose Griffbrettraserei oder Double Bass Orgien verfällt. Man versteht es mal geschickt die Bremse zu treten und Melodien und getragene Keys im Vordergrund agieren zu lassen. Die fies und düster ausgespienen Growls stehen der Musik dabei in nichts nach und fügen sich stimmig ins Gesamtbild ein.
Hat grundsätzlich schon irgendwie Hand und Fuß was man hier abliefert, nur bekommt der interessierte Schwarzkittel hier auch nichts Neues kredenzt, eher altbewährtes recht sinnvoll aufgekocht.
Allerdings suchen Bibleblack wohl nach Eigenständigkeit oder der bahnbrechend neuen Idee, denn auf die oben skizzierte Basis hat man noch diverse Einflüsse aufgepfropft, wobei man aber letztlich doch zuviel auf einmal wollte. Hat man die Warnung „zu viele Köche verderben den Brei“ – schließlich rekrutiert sich das Line-Up aus Musikern verschiedenster Stilrichtungen - schlicht ignoriert? Wie dem auch sei, die vielen Duettpassagen von Kacper Rozanski mit verschiedensten Kollegen der Sänger Zunft überladen die Songs ebenso unnötig wie die Power Metal Einlagen und Solis. Wenn man dann noch versucht den einen oder anderen Soilwork oder In Flames artigen Einfluß neuerer Prägung zwischen die Black Metal Tabulatur zu quetschen ist es irgendwann doch des guten zuviel. Da müssen Bibleblack, wenn sie denn in der Flut der Veröffentlichungen überleben wollen, auf künftigen Releases deutlich differenzierter zu Werke gehen. Weniger ist eben manchmal mehr!
Die Erstauflage von „The Black Swan Epilogue“ ist neben der normalen Jewel Case Version mit Bonus DVD auch im Digi-Pack mit anderem Artwork erhältlich.
Anspieltipps: Bleed, Mourning Becomes Me, I am Legion
Fazit: Solider, Einstand den Bibleblack mit „The Black Swan Epilogue“ hier abliefern. Aber letztlich „nur“ altbewährtes ohne wirklich neue Ideen und echtes Highlight. Daher zwar momentan (noch) verzichtbarer Durchschnitt der aber mit Potenzial aufwartet.
Line Up:
Mike Wead - Guitars
Simon Johansson - Guitars
Tobhias Ljung - Drums
Kacper Rozanski - Vocals
Jonaz Bülund - Bass
Guest Vocals:
Ronny Hemlin
Kristian Andrén
Matthias Ljung
Tracklist:
Lineup:
1. Leaving Shangri-la
2. Mourning Becomes Me
3. I Am Legion
4. The Dark Engine
5. Bleed
6. Stigma Diaboli
7. Walk Into Light (Liars Parade)
8. The Black Swan Epilogue
6.0 Punkte von Blizzard (am 25.06.2009)
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musikalischer Background des Verfassers NWOBHM; Thrash- / Speed- / Power- / US- / Death- / Doom / Stoner Metal ; Glam / Classic/ Hard Rock & Sleaze,
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