Das nenne ich mal beständig: Seit 2006 lassen die Jungs von EMMURE jährlich was von sich hören und haben nach einer EP nunmehr ihr drittes Full Length Album am Start, welche allesamt bei Victory Records erschienen sind. Naja, was heisst Full Length, im Falle des Quintetts aus Connecticut liegen die Veröffentlichungen immer ungefähr bei einer halben Stunde Spielzeit. „Felony“ macht da keine Ausnahme und das ist auch völlig ausreichend.
Denn was die Band einen vor den Latz knallt ist, um es vorsichtig auszudrücken, ziemlich intensiv und wahnwitzig brutal.
Willkommen zu einem wahren Breakdown-Festival. Die Riffs donnern direkt in die Magengrube und lassen Befürchtungen aufkeimen, was das Material live für Auswirkungen hat. Zwischen dem Metalcore-Gewitter sind immer wieder dissonante, noisige Klänge zu hören, aber auch geile Melodiebögen. So überrascht so mancher Song (z. B. „Don´t Be One“) mit überraschender, in die Tiefe gehender Vielschichtigkeit. Zusammen mit dem dabei gebrauchten verstörend-melodiösen Gesang werden sogar Parallelen zu Deftones geschaffen.
Vorherrschend ist aber der unbarmherzige Metalcore. Obwohl dieser unglaublich massiv ist, sorgen einige Songideen für Risse in dieser Soundwand. Vor allem der Gesang trägt dazu bei. Mal frisst Frankie Palmer förmlich sein Mikro, growlt und kreischt wie vom Irrsinn gepackt hinein, dann wieder wird es wie oben beschrieben oder es artet in Rap-artige Shouts aus, welche einige Songs klar abwerten.
Vertont wurden missmutige, kränkende und provokative Texte. Die Songtitel warten hingegen mit coolen Wortspielen („R2Deepthroat“) oder Filmassoziationen („I Thought You Met Telly And Turned Me Into Casper“) auf. Letzteres Beispiel hat die Aids-Dramatik in dem Film Kids als Vorlage.
Bleibt noch zu erwähnen, dass es im Frühjahr personelle Veränderungen gab. Für die Lionetti-Brüder (Ben an der Gitarre und Joe am Schlagzeug) sind nun Mike Mulholland und Mike Kaabe an Bord.
Fazit: Fieser als dieser Beatdown von EMMURE geht es kaum. Dieses Album verdient im wahrsten Sinne des Wortes das Prädikat Abrissbirne. Allerdings wirkt es etwas zerfahren, nicht zuletzt durch die eigentlich für Auflockerung sorgenden Elemente.
PS: Wer sich bei dieser Musik mal mit Gleichgesinnten die Knochen brechen lassen will, ab dem 27.10.2009 sind EMMURE im Rahmen der Beastfest Tour in Europa unterwegs mit Caliban, Suicide Silence, Maroon und After The Burial. Hier die relevanten Dates:
01. Sunday Bacon
02. I Thought You Met Telly And Turned Me Into Casper
03. I <3 EC2
04. Felony
05. You Sunk My Battleship
06. The Philosophy Of Time Travel
07. First Impressions
08. R2Deepthroat
09. Bars In Astoria
10. Lesson From Nichole
11. Don´t Be One
12. Immaculate Misconception
musikalischer Background des Verfassers Anfänge mit 80er Heavy- und 90er Death-Metal, inzwischen findet auch alles jenseits des metallischen Paralleluniversums bei mir Gehör
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