Barathrum sind zurück und es scheint beinahe so, als hätten die Finnen die letzten zehn, fünfzehn Jahre in tiefstem Winterschlaf verbracht, da auch das neueste Werk der Höllenbrut, „Anno Aspera – 2003 Years After Bastard’s Birth“, wie eine Reinkarnation der glorreichen und wegbereitenden ersten Welle des Black Metal klingt: Ein wenig Venom hier, eine Prise ganz frühe Bathory dort und jede Menge guter alter Teutonen-Thrash, dann und wann um Death oder Black Metal-Elemente der Spätneunziger angereichert, dröhnt und scheppert aus den Boxen, unterstützt von einem zwar räudigen aber dennoch nicht miesen Soundgewand sowie sage und schreibe drei Bassisten (im Gegenzug dafür nur einen Gitarristen), was den infernalischen angeschwärzten Thrash der diabolischen Finnen naturgemäß relativ stark basslastig erscheinen lässt. Doch zurück zu meiner leider nicht haltbaren Winterschlaftheorie: Unbemerkt von vielen veröffentlichen Barathrum nämlich mit schöner Regelmäßigkeit Alben und Singles, dennoch scheint es, als sei der Band eine kulthafte Anerkennung oder eine obere szeneinterne Platzierung im Bereich des Black/Thrash Metal bisher vergönnt gewesen. Liegt vielleicht daran, dass die thrashenden Finnen bisher ohne größere Skandale durch die verschneite Landschaft ihrer Heimat lärmten und musikalisch noch keine Offenbarung abgeliefert haben, denn bei allem nostalgischen Charme ist auch „Anno Aspera“ unterm Strich nur ein Laune machendes, rockendes und thrashendes Album geworden, welches Maniacs mit Kutten voller Possessed-, Desaster-, Sodom-, Destruction- oder Kreator-Patches mit Sicherheit sehr gut reinlaufen wird und auch live bestimmt ohne Ende zünden wird, für den Gebrauch in den eigenen vier Wänden ob der schnellen Abnutzung der 37 Minuten Spieldauer und der fehlenden Abwechslung jedoch relativ schnell langweilig wird. So wird die neue Barathrum die Metalwelt sicherlich in zwei Lager spalten: Die einen werden behaupten, dass solcher Retro-Schmonzes ausgelutscht und ermüdend ist, die anderen hingegen werden „Anno Aspera“ verschlingen, gleich danach mit Nostalgiegefühlen überschwemmt werden und die alten Sodom-LPs ausgraben. Auch wenn ich mich eher zur ersten Gruppe zähle, spreche ich vorliegender Scheibe einen gewissen Charme nicht ab, jedoch weiß ich schon jetzt, dass ich „Anno Aspera“ (das Artwork des Albums knüpft übrigens wieder an das des Debüts der Finnen an) nur selten aus den Untiefen meiner Sammlung herauskramen werde. Sollte ich sie aber ans Tageslicht fischen, wird sie mir aufgrund des hohen Groove-Faktors und des simplen, deswegen einfräsenden Songaufbaus sicher Spaß bereiten!
6.5 Punkte von Björn Springorum (am 27.02.2005)
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musikalischer Background des Verfassers Ganz klar aus dem frostig-kalten Black Metal kommend, jedoch ist eine starke Tendenz zu elektronischen Klängen harscher Natur und folkigen Klängen überaus sanfter Natur zu erkennen...fügt man nun noch eine Prise Yann Tiersen dazu...voila!
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